Saturday, 26. july 2014 6 26 /07 /Juli /2014 16:29

Was begründet eigentlich das Paradox, dass meine Freunde (und Affären) wohl ausgesucht, verlässlich und wohltuend sind - meine Beziehungen (zumindest die letzten 2) jedoch nicht? Das muss doch mal ergründet werden, wenn schon Grübelei über Männer, dann zielgerichtet!

Die erste Erkenntnis dazu ist die, dass die Wahrnehmung von Hormonen, Zeitpunkt und den aktuellen Lichtverhältnissen abhängt. So erschien mir schon so mancher als weißer Ritter, der die Holde (mich!) minnesingend hofiert und schließlich auf seinem Ross in's Paradies entführt. Wechseln wir den Blickpunkt darauf, war es aber vielmehr ein totes weißes Pferd, das weder durch gutes Zureden noch stärkeren Antrieb wirklich voran kam.

Es heißt immer, dass man in Beziehungen kompromissbereit sein muss - aber vielleicht schadet es auch nicht, sich eine Liste absolut-notwendiger Eigenschaften zurecht zu legen. Der Plan: im nächsten Hormontaumel kurz inne halten und die Liste abgleichen: ist er mutig, unternehmungslustig, hat Interessantes zu erzählen und, vor allem das: ist er gut zu mir? Oder weist die Fassade schon nach wenigen Monaten Risse auf, um schließlich in einer großen Staubwolke flächendeckend abzubröckeln?

Auf die Gefahr hin, dass eine solche Liste im Eifer des Verliebtseins übermäßig wohlmeinend interpretiert wird - versuchen kann man es ja mal!

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Saturday, 19. july 2014 6 19 /07 /Juli /2014 16:17

Um eine Beziehung frisch zu halten, sollte man eines unbedingt vermeiden: eine feste Beziehung zu führen.

Wie sonst ist zu erklären, dass man die schönsten Dinge selten mit dem eingeschworenen Partner erlebt?

Als Single unternehme ich viel und tanze singend über blühende Wiesen (gefühlter Gemütszustand). Weltmeister-Finale mit Freunden, Grillen in fröhlicher Runde, Eis-Essen mit Blick auf den Fluss - alles kein Problem mit guten Freunden ringsum, aber in längerfristigen Beziehungen erstaunlich selten bis "nimmermehr". Anderes Beispiel: heute war ich am halbwegs frühen Morgen am See mit Mann und Sonne und bin mit so tatkräftiger Unterstützung endlich und erstmalig quer durch den See gekrault, ha! geht doch. In den vergangenen 10 Jahren war das ein Ding der Unmöglichkeit, wenn es um den Partner der aktuellen Beziehung ging: von Angst vor Ertrinken bis Angst überhaupt war alles dabei, und unbequem fanden es die Herren erst recht: Aufraffen, losfahren, Handtuch einpacken, Sonnenmilch nicht vergessen, hach, was sind das für dramatisch hohe Anforderungen... Als ich heute all das Revue passieren ließ, kam mir der Gedanke, dass es vielleicht gar nicht die Männer im Speziellen, sondern die Männer im Beziehungstrott sind, die spontane Unternehmungen boykottieren. In Affären und in der Werbephase sind sie alle wundervoll, einsatzbereit und unternehmungslustig. Doch kaum entsteht daraus ein heimeliger Beziehungsstatus mit Wohlfühl-Vertrauen und anderen Illusionen, schon schleicht die Lethargie durch alle Ritzen.

Und die Moral von der Geschicht?

Die Werbephase nie hinter sich lassen!

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Saturday, 28. june 2014 6 28 /06 /Juni /2014 07:17

Kurze Anekdote, aber schön: Gestern habe ich den Exfreund gesehen - und fand ihn nicht mehr gutaussehend. Schätze, es geht bergauf!

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Sunday, 18. may 2014 7 18 /05 /Mai /2014 22:38

Familienfeier, mit allen. Und dabei fallen viele großartige Aspekte auf:

Mit vielen kann ich über Literatur reden. Mit vielen über Job, Wirtschaft, die Welt. Mit vielen über Autos, Freizeit, Familie. Über die Liebe im Allgemeinen und Beziehungen im Besonderen.

Und alle können herzlich über sich selbst lachen.

 

Das führt dazu, dass bei jeder Zusammenkunft munteres Treiben herrscht, viel geredet und noch mehr gelacht wird. Das finden Außenstehende gelegentlich irritierend, erschlagend oder gar einschüchternd.

Ich finde es großartig und bin stolz. Denn ein so vielschichtiges und zugleich engmaschiges Netz zu haben, so viel Spaß und Freude bei jedem Treffen und so viel Austausch in schillerndsten Farben - das ist etwas ganz Besonderes.

Eben mittendrin statt nur mit-auf-dem-Foto.

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Sunday, 11. may 2014 7 11 /05 /Mai /2014 08:46

Vor etlichen Jahren entstand in einer vergangenen Beziehung ein Konflikt aus der simplen Frage heraus, was jeder vom zukünftigen Leben erwartet. Für ihn war die Frage unerwartet und abstrakt, die einzige Antwort, die ihm einfiel: "Ich will glücklich sein." Und was macht dich glücklich? => Diese Nachfrage war quasi ein Angriff auf seine Blase der Ahnungslosigkeit und er konnte auch nicht nachvollziehen, warum man sich mit so banalen Themen auseinandersetzen sollte. Ich hingegen fand diese Unterhaltung sinnvoll und im Rückblick auch dringend notwendig, war es doch einer der ersten Bausteine, die zu separierten Wegen führten. Ich wusste damals ziemlich genau was ich wollte: Heiraten, schöne Ausflüge unternehmen, einen harmonischen Alltag und einen "ok-Job" ausüben.

In einer anderen, wenngleich ähnlichen Situation, führte die Frage nach "was will ich / was willst du" zu der Aussage: "Ich will, dass alles so bleibt wie es ist." Immerhin konnte der Herr es etwas spezifizieren: Die Eltern sollen möglichst ewig, also mindestens noch 20 Jahre fit und im eigenen Haus weiterleben, der Job soll weiter laufen, das Auto soll unbeschadet aussehen wie am ersten Tag und als einzig zulässige Änderung soll sich der finanzielle Spielraum sukzessive jährlich verbessern. Auch hiermit konnte ich weniger anfangen, als ihm lieb war: ich wollte irgendwann aus 2 Wohnungen eine machen, langfristig Unabhängigkeit von Mietsteigerungen erlangen, neue Länder und Ziele erkunden, beruflich viel Neues kennen lernen und viel unter Leute gehen, weil dann von ganz allein neue Impulse entstehen. Müßig festzustellen, dass auch diese Protagonisten bald getrennt ihren Lebensvorstellungen nachgingen.

Nun begegnete mir am Wochenende das Thema aus unerwarteter Richtung erneut: eine Freundin mitten im Umbruch ihres beruflichen, privaten und quasi gesamten Lebens stellte bei 4 Wochen Erholungsurlaub fest: dass sie nicht weiß, was ihr Spaß macht. Für nur-faul-herumliegen ist sie eigentlich zu aktiv und zu ungeduldig, dennoch war ihr über etliche Wochen nichts eingefallen, was sie dazu motivierte, etwas aus Eigeninitiative zu unternehmen. Dadurch ein wenig aufgeschreckt überlegte ich kurz still und heimlich, was mich denn glücklich macht und habe die folgenden Tage bewusster darauf geachtet, wann ich ungewollt vor mich hin lächle, wann ich spontan in Gelächter ausbreche und was zu einem zufriedenen "satt"-Gefühl führt. Die Antwort: ganz, ganz viele kleine Dinge. Mit dem Fahrrad durch die schönste aller Städte dieses Landes  flanieren. Die Surfer bewundern. Picknick mit Freundinnen, Frauengesprächen und Sonne. Ein fast leerer Pool, in dem ich vom Alltag abtauchen und meine Bahnen ziehen kann. Laut mitsingen. Kaffee auf der Couch und Zeit genug, tiefer in die Lieblingsplatz-Sitzkuhle einzusinken. Morgens Kaffee und eine Stunde nix tun / nicht reden / nicht zuhören. Skifahren. Yoga-Stunden bei einem der Lieblingstrainer.  Tanzen und gute Musik, gerne Live (kleine Bands in kleinem Rahmen). Essen. Lesen. Theater und ähnliche Veranstaltungen, wo man den Schauspielern beim Spielen zusehen kann. Zeit haben, unverplant. Und gleichzeitig: viele schöne Dinge vorhaben. Und natürlich unerwartete Situationen, wie zum Beispiel der laut mitsingende Fahrer eines vorbeifahrenden Autos, der meinen amüsierten Blick bemerkt und winkend herübergrinst.

Das alles ist gerade viel zu gut, als dass ich mich bei der Ausübung aller Lieblings-Aktivitäten von dauerhaft präsenten Herren ("Beziehungen") ausbremsen lassen will, also darf mitmachen, wer will, und wer störend und kontraproduktiv ist, wird früher oder später nicht mehr zur Teilnahme eingeladen.

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Monday, 21. april 2014 1 21 /04 /Apr. /2014 17:45

Fremde Männer am frühen Morgen sind komisch – und nichts für mich. Besonders, wenn sie unbedingt komisch sein wollen und im Radio schlechte Musik läuft und ein Kalauer den nächsten jagt brrr... Ich halte mich an meinem Kaffeebecher fest und grummle vor mich hin – bisher ist noch jedes Treffen gut verlaufen, das wird doch hoffentlich auch diesmal...?!?

Kurz überlege ich, ob das mit dem gemeinsamen Wochenende wirklich so eine gute Idee war, als ein offener Mund auf mich zusteuert und ich mich frage, ob ich den Walfisch mit Plankton füttern soll oder ob Mund-zu-Mund-Atmung notwendig ist; auf beides habe ich jedoch keine Lust und so entweicht mir ein quiekendes: „Was-willst-du-von-mir??“ - So viel zu meinem Ruf als souveräne Blondine, das war mal nix!

Zum Glück erhöhen die Anlaufschwierigkeiten den Reiz, für manche Ritter gilt: je schwieriger die Prinzessin zufriedenzustellen ist, umso wertvoller ist anschließend ihre Kapitulation. Und so nimmt das Wochenende seinen Lauf, aus Regen wird Pulverschnee, aus jungfräulichen Hängen werden Tiefschneeschwünge und sogar das von mir müde belächelte: „Echt, ein Konzert im Skigebiet – ist ja Waaaaahnsinn...“ entpuppt sich als eine der ca. 5 Bands auf der Welt, die ich wirklich gerne mal live sehen würde. Dass der Herr dazu gleich eine Suite in bester Lage gebucht hat, ist dann auch gar nicht mal so übel, ja, er weiß, wie er überzeugen kann. Ein wenig Auslauf und Luxus macht die ungewohnte Zweisamkeit tatsächlich leichter und dann kommt, wie es kommen muss: Kitschige Schlagermusik beim Après-Ski und die Festungsmauern fallen wie Zuckerwürfel in sich zusammen.

Nach 42 Stunden zusammen auf engstem Raum (im Auto... im Skilift... in der Umarmung) habe ich leichte Sorge, eine Überdosis abbekommen zu haben.

Da hilft nur: das nächste Wochenende gehört mir, me myself and I und schafft wieder ein wenig wohltuende Distanz. So ein Kavalier ist schließlich nichts für immer, aber für viel Spaß!

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Saturday, 12. april 2014 6 12 /04 /Apr. /2014 21:24

Die nächsten Wochen bieten vielerlei Pläne, Ausflüge und schöne Erlebnisse - auch wenn das alles ein wenig zu viel des Guten sein mag, so bleibe ich dennoch bemüht optimistisch und freue mich an kleinen und großen Erlebnissen. Zumal ich mit der weisen Freundin aus Kindergartentagen überein kam: Große Liebe ist halt gerade nicht, da darf's auch mal etwas seichter sein.

In diesem Sinne starte ich also die nächste Stufe des Spaß-im-Leben-Projekts: heute war Fahrrad-Techniktraining angesagt und es stellte sich heraus, dass ich nicht mit jedem MTB-Guide gleich die richtige Wellenlänge finde. Die Anmerkungen des heutigen Trainers über geschickte Bewegungen von Fahrradprofis führten dennoch zu einem heimlichen, leicht anzüglichen Grinsen meinerseits sowie einem kurzen gedanklichen Abstecher an den kurzen, aber intensiven Austausch mit dem Tourguide aus 2010. Der heutige war zwar optisch etwas niedlicher, aber trotzdem leicht fade, sonnig war es zum Glück trotzdem.

jetzt heißt es schneller-schlafen, denn morgen früh klingelt zur Unzeit der Wecker, es geht sportlich weiter: nämlich mit dem Schwimmer zum Skifahren, Saison-Abschluss sozusagen. Mal sehen, wie sich unsere spannende Bekanntschaft in der nächsten Jahreszeit entwickelt, ohne das Skifahren könnte ein Stück Souveränität fehlen, dass er erst mal wettmachen muss. Aber er ist ja schon groß und wird das hoffentlich hinkriegen...

Wenn mir langweilig werden sollte kann ich immer noch Fahrrad-Kurse mit frischen Teilnehmern (und frischen Guides) buchen, alle Freunde besuchen, die ich seit Jahren viel zu selten sehe und eigentlich bin ich gerade so viel unterwegs, dass "Langeweile" einen fast schon sehnsuchtsvollen Klang bekommt.

Das Chaos wird mich trotz aller Bewegung früher oder später wieder finden, aber bis dahin darf das seichte Vergnügen vorbergehend regieren.

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Saturday, 29. march 2014 6 29 /03 /März /2014 22:28

Dachte ich vor einiger Zeit noch, ein Politiker wäre moralisch höchst fragwürdig als Gelegenheits-Gefährte, so lernte ich: ach was, das geht noch besser! Gegenüber Politikern im Allgemeinen und einigen der Parteien im Speziellen habe ich schon mehr als genug Vorbehalte, aber andererseits: irgendwer muss den Job ja machen (…well it’s a dirty job but someone’s gotta do it…) und so konnte ich immerhin Einblick nehmen in Lokalpolitik im Kleinen und Europapolitik im Großen. Meine Erwartungshaltung an eine rosige Zukunft ist dadurch zwar nicht gerade sprunghaft gestiegen, aber wenn man sich schon während des Dinner-Geplänkels unterhalten muss, dann doch am liebsten über Themen, die über das Wetter und die Speisekarte hinaus gehen. Immerhin erweist sich ein solchermaßen redegewandter Herr, der mit diplomatischem Geschick nonchalant durch das Leben und die Wählerschaft geht, als äußerst angenehme und diskrete Begleitung. Weitere Qualitäten kann ich leider nur schwer einschätzen, denn Monsieur hat bis halb 3 seine Redegewandheit ausgespielt, bis er endlich mal den Kuss wagte. Und somit die arg unbequem anmutende Gästecouch binnen Minuten aus dem Rennen warf. Der Nachteil der späten Stunde: zur Zeitüberbrückung wurden einige Getränke gereicht, nicht zuletzt die eingehende Studie verschiedener Gin-Sorten im Cocktail-Test. MannMannMann, dass ihr immer so lange Anlauf nehmen müsst, bis es mal voran geht…!

Hielt ich also zunächst Politiker für moralisch fragwürdig, kam die Steigerung: Rüstungsindustrie, auch das noch! Militärlaufbahn und ein Job, in dem Dinge optimiert werden, damit man andere umbringen kann – da war sie wieder, die Begegnung mit der eigenen Moral inklusive Doppelmoral. Nun gut, ich muss den Mann ja nicht gleich heiraten, also siegt nach einigem Abwägen erneut die Neugier: wie ist sie so, diese andere Welt, in der sich der Mann bewegt? Ich erfahre viel über starre Hierarchiestufen, privatwirtschaftliche Unternehmen im Spannungsfeld der Weltpolitik und als ich gerade denke, die Ethik ist schon genug strapaziert, kommt der nächste Stolperstein: ist es moralisch vertretbar, sich auf einen liierten Mann einzulassen? 25 Jahre lang habe ich das abgelehnt, vermieden, verurteilt. Und doch: nicht ICH habe entschieden, meinen Partner zu betrügen. Warum soll ich die Moral seiner Entscheidungen tragen?? Nein, ich wollte weniger umsorgend und mehr egoistisch werden, also belasse ich diese Zwickmühle allein bei ihm. Ein Rest Unwohlsein bleibt, so leicht streift man alte Gewohnheiten nicht ab, aber ich bin nun mal nicht allein für die Weltgerechtigkeit zuständig, diesmal nicht und am besten auch auf Dauer nicht.

Der neue Trend orientiert sich am Credo "Just be good to me", will sagen: wichtiger als Verbal-Ethik und Stammtisch-Parolen ist die Frage, wie er mit mir umgeht. Versetzt er mich regelmäßig, lässt mich hängen wenn ich ihn brauche, schmarotzt sich durch mein Leben? Oder umsorgt er mich, konzentriert seine Aufmerksamkeit auf mein Wohlergehen, überlegt, wie er mir Freude bereiten kann und verhält sich dauerhaft galant und zuvorkommend? Dann öffne ich ihm die Tür, dann darf er eintreten und ich lehne mich entspannt zurück und genieße.

Umso mehr, als dass es kaum Einschränkungen gibt: keine Erwartungshaltung, dass ich nur noch für ihn da bin. Keine Einschnitte in der Urlaubsplanung. dafür unkompliziertes Beisammensein, gemeinsamer Sport und Verwöhnprogramm.

Bei allen Vorurteilen, die die letzten Begegnungen zutage gefördert haben, ist auch ein wenig Stolz dabei: offenbar habe ich zwar kein Talent für die großen happily-ever-after-Gesten, aber das Talent zum Kennenlernen interessanter und charmanter Herren, die genau zur rechten Zeit auf die Bühne treten, das macht mich ein klitzekleinwenig stolz.

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Sunday, 23. march 2014 7 23 /03 /März /2014 20:33

Ich fand es schon immer absurd, dass Kinder-Kriegen ein gesellschaftlich anerkanntes Thema ist, Sex hingegen nicht. Es ist, als würden alle abstinent per Flugbestäubung die Fortpflanzung in die Dinner-Unterhaltung tragen.

Nachdem ich in den letzten 15 Jahren oft genug über Kinder, Geburt, Schwangerschaft und Umstandskleidung mitreden durfte, beschließe ich jetzt, dass Sex auch wieder Thema sein darf. Wenn auch nur in ausgewählten Runden, schließlich ist ein Rest Diskretion zuweilen ganz hilfreich.


Kürzlich in einer Runde unter Freundinnen:


A: "Er ist im Bett nicht schön - aber gut!

B: "Dann mach doch einfach das Licht aus."

C: "Oder mach die Augen zu und genieße!"


Frauen sind nun mal völlig zu Recht für ihre pragmatische Herangehensweise berühmt.

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Saturday, 15. march 2014 6 15 /03 /März /2014 09:20

Ah, herrlich, die guten alten Single-Zeiten leben wieder auf. Nach einer leicht irren Woche (beruflich, erfolgreich und überhaupt) war längst überfällig: ein Abend in der Lieblingsbar. Wie zuletzt fast schon regelmäßig war der Barkeeper gut drauf, die Bedienung schloss mich in die Arme und dann war da noch der smarte Typ auf dem Barhocker neben mir. Der Plan, endlich durch die Feuilletons der letzten Tage zu schmökern, hielt genau eine halbe Seite lang, danach übernahm die Konversation das Kommando. Nach Versuchen in deutsch (seinerseits: gar nicht schlecht, bemüht, aber anstrengend), spanisch (meinerseits: gar nicht gut, bemüht, sehr anstrengend), italienisch (hält ein paar Sätze, aber  nicht den Abend lang) kapitulierten wir vor den höheren Bildungszielen und trafen uns mit Englisch in halbwegs verständlicher Unterhaltung. Es war unerwartet, nett, bei näherer Betrachtung war ein Hobbysportler unter dem Hemd erkennbar und sehr erfolgreich in beruflicher Hinsicht war er auch, also eigentlich ein Gewinn. Wäre da nicht die Tatsache, dass uns noch vor Mitternacht entspannte Langeweile drohte, zumal er offenbar auf der Suche nach einer Frau und der Zeugung eines vierten Kindes ist. Nein Danke, du bist sicher ein guter Fang, aber lieber stelle ich dich meinen Freundinnen vor (vielleicht ist eine die Richtige?) als dass ich darauf anspringe. Und doch: war die Verabschiedung an der Straßenecke per Handschlag unerwartet distanziert. Lächelndes Winken hätte ich weniger ablehnend empfunden, die Hand reiche ich beruflichen Kontakten und den Eltern von Freunden, aber einem Mann, mit dem man drei Stunden angeregt geplaudert hat? Glaubt der Typ, ich höre mir völlig umsonst seine Lebens-Ehefrau-Trennungsgeschichte an??

Es wäre leicht, sich künstlich über die Flirtwelt auszulassen, aber tatsächlich kann ich mich nicht beschweren: ich hatte einen herrlichen, unterhaltsamen und musikalisch interessanten Abend in der Bar. Darüber hinaus habe ich in der vergangenen Woche sonnige Skitage genossen, zwei Job-Angebote erhalten, unzählige Zahlen jongliert und nebenbei die Konzern-Welt gerettet, ich wurde bewundert und becirct und habe dem Barkeeper das Versprechen abgenommen, dass er mich nur dann an den Sänger verschachern darf, wenn mindestens zwei Kamele geboten werden (drunter läuft nichts!). Also winke ich gedanklich dem smarten Argentinier von gestern hinterher (pah, von wegen Handschlag) und trete fröhlich pfeifend den Weg zur heimischen Couch an. Immerhin muss ich mangels näherer Bekanntschaft auch nicht die gelegentlich peinliche Frage erklären, warum ich in der Bar immer noch unter meinem Spitznamen firmiere...

von Blondisoph - veröffentlicht in: Welterkenntnisse einer Blondine - Community: Alltagswahnsinn
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