Dienstag, 24. november 2009
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Schon vor knapp 2.500 Jahren wussten die Griechen in ihren Theaterstücken Weisheiten zu verkünden, die sich wenig genug
abnutzen. Wenn also der Held seine Frau für sich sterben lässt und dann jammert, dass sie ihn allein zurücklässt, ist das herrlich offensichtliche Doppelmoral, Feigheit und, naja, jämmerlich.
Außerdem zeigt "Alkestis" in seiner gesamten Länge, dass es nicht lohnt, mit dem Schicksal zu hadern - genauso wenig wie handeln und feilschen, um dem eigenen Schicksal auszuweichen. Heraus kommt
ein schaler Kompromiss, der auch nicht glücklich macht.
Was jedoch im Allgemeinen schief geht (die meisten "alten Griechen" sind Tragödien und enden entsprechend), geht hier im Speziellen als große Ausnahme gut aus: um das Leid des Helden nicht weiter
mit ansehen zu müssen, präsentiert ein Halbgott ihm das Glück auf dem Silbertablett und muss den Mann fast zwingen, es anzunehmen - auch dieser Teil hat nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt,
aber immerhin gelingt das Happy End, der Held ist geläutert und glücklich und soll moralisches Vorbild für andere sein. Die dann hoffentlich weniger rumzicken...
von Blondisoph
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veröffentlicht in: Welterkenntnisse einer Blondine
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