Sonntag, 15. november 2009
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Warum ist Charme als Eigenschaft eigentlich so aus der Mode gekommen? Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Sicher: cool,
sportlich, lässiges Outfit, passender Musikgeschmack und was sonst noch bei Jugendlichen oder auch danach hoch im Kurs steht, zählt alles zu ganz hübschen Zutaten. Und natürlich die Klassiker (zu
Recht) wie Intelligenz, Humor und Erfolg sind ebenfalls unter den must-haves vertreten. Aber wer den Charme bei den ach so coolen Jungs nicht vermisst, der hat zu lange keine charmante
Gesellschaft mehr genossen.
Dabei ist gar nicht mal ein Dauerbeschuss an Süßholzraspelei damit gemeint, als vielmehr kleine Gesten, die einer Frau jedoch das sehr angenehme Gefühl
vermitteln, sich in bester Gesellschaft zu befinden. Im übrigen geht Charme Hand in Hand mit Respekt, denn auch bei lockeren Neckereien wird "die Dame" dergestalt umsorgt, dass sie nie allein am
Tischende geparkt wird, Freunden / Anwesenden vorgestellt sowie umgehend mit Essen & Trinken versorgt wird. Wenn ein charmanter Mann seiner Linie treu bleibt, wird er selbst Verflossene nicht
wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, sondern ein ruhiges, würdiges Ende finden - ohne Schlammschlacht.
Ob das alles nur geht, wenn keine überbordende Leidenschaft oder heißblütiges Temperament dazwischen funken? Schwer zu sagen, sicher scheint hingegen:
wer selbst unsicher ist, hat nicht die Gelassenheit, sich anderen gegenüber zuvorkommend zu verhalten - die Unsicheren tendieren allzuoft zu übertönendem Pseudo-Macho-Gehabe oder zu
unentschlossener Zurückhaltung, die schon verdammt nah an Einsiedelei und sozialer Schwäche liegt.
von Blondisoph
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veröffentlicht in: Welterkenntnisse einer Blondine
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