Mythos und Wahrheit über moderne Frauen, Singles, Zeitschriften und überhaupt:
Frauenzeitschriften postulieren, dass starke Frauen sich nehmen was sie wollen. Reißerische Artikel gehen noch weiter und suggerieren, dass eine Frau ohne Affären / Mehrfachorgasmen / ausgefallene Vorlieben o.ä. fade und zurückgeblieben ist. Was die Presse ent-tabuisiert ist aber (teils im Guten, teils im Schlechten) fern der Realität, in der bei einer Affäre noch immer die Frau einen zweifelhaften Ruf hat während der Mann der potente Held ist.
Die allgemeine Erkenntnis der letzten Jahre (Jahrzehnte) behauptet, dass auch Singles glücklich sein können und sollen und dass man sein Glück niemals von jemand anderem als sich selbst abhängig machen darf. Und doch scheint beziehungslos = Krankheit zu sein, die es zu kurieren gilt. Männer halten sich zum Glück zurück, aber Frauen, Mütter, Wohlmeinende jeglicher Facon sehen in jedem nicht gänzlich unmöglichen Mann sofort eine Chance, die frau unbedingt zu ergreifen hat, um drohendes Alleinsein und soziale Schmach abzuwenden.
Single-Tische bei Hochzeiten, die jemanden aus dem ebenfalls anwesenden Freundeskreis reißen, nur um die Singles von den Paaren zu trennen, sind wie Separées für unanonyme Alkoholiker.
Ja, es gibt sie tatsächlich, die Frauen die unverdrossen suchen und suchen und suchen und ihr Scheitern gern thematisieren und fragen, was denn mit den Männern los ist und warum sie ewig Single sind. Diese Frauen freuen sich wahrscheinlich über Anbahnungs-Zuspruch und Ermutigung. Aber es gibt auch andere, die ihr entspanntes Leben sehr schätzen und es müde werden, regelmäßig zu verteidigen, warum es mit wem nicht für mehr oder doch für etwas oder nur Freundschaft reicht.