Der Jahreswechsel und die Trends: Die Frösche lassen nach (vielleicht legt sich auch nur die Sehnsucht nach den Prinzen), unverhoffte Begegnungen mit 42 bleiben. Was außerdem bleibt, ist die Neugier "wie ticken die eigentlich? -> Versteh einer die Männer"; natürlich nutze ich Parties, Bars, Konzerte zur allgemeinbildenden Beobachtung dessen, was um einen herum passiert: Hartnäckig hält sich die Sorte Frauenversteher, die sich interessiert die persönliche (Ex-)Lebensgeschichte der Frau des Begehrens anhört, sich dann jedoch in zwei Unterkategorien aufteilt (erfolgreich vs. nur-Kumpel). Es gibt die schüchternen, von denen man jedoch naturgemäß kaum was mitkriegt und die Profi-Charmeure, die das Spiel dank jahrelanger Übung sehr entspannt angehen, und die perfekte Abschlepp-Ausstattung in petto haben (Kondomvorrat zum Bestellen + 1-Personen-Betten gegen Einnistungsbedrohung). Dann wären da noch die eitlen Schwätzer, die weniger Beute als vielmehr Publikum brauchen, sowie der Bodensatz aus naturbelassenen Ökos (s. Yeti), der Altherrenliga und (im Frankfurter Raum stark verbreitet) den Proleten. Ach ja, und natürlich aus jeglicher Norm ausbrechende Individualisten Erstaunlicherweise ist allen Gruppierungen gemein, dass es zwischen verbaler und körperlicher Kontaktaufnahme einen fast greifbaren Punkt der Unsicherheit gibt: und so gibt es immer noch Männer, die vor dem ersten Kuss große Mengen Alkohol brauchen, fragen bzw. im Gespräch die Reaktion schon mal antesten, Herumalbern oder Stottern. War das schon immer so? Oder ist das Fluch der falsch verstandenen Emanzipation, die Rosamunde-Pilcher-beeinflusst romantisch-zarte Annäherungen vorschreibt, während in den 1950er-Jahren noch Rhett Butler und Cary Grant Typen vorgaben, wie man die schwach-werdende Frau heldenhaft in seine Arme zieht?