Viele Ereignisse und scheinbare Erfüllungen im Leben basieren weniger auf der einen, einzigen großen Chance, als vielmehr auf zeitlichen Zufällen - Timing ist eben alles. Ich bewundere Menschen, die jeden Tag das Leben einfach so nehmen, wie es kommt. Nebenbei zwar auf Ziele hinarbeiten, also sich nicht nur treiben lassen, aber dennoch Meister darin sind, tagtäglich enfach das Beste aus allem zu machen und mit gesundem Optimismus an alles heranzugehen. Ich selbst lebe gerne mal ein wenig zu weit in der Zukunft und stelle damit aktuelle Entscheidungen häufiger in Frage: bringt mich das in die richtige Richtung, führt es nach vorne und nicht etwa zurück, was wird kommen? Am liebsten habe ich die nächsten 240 Stunden schon grob vorsortiert und bin zudem meistens leicht überorganisiert. In manchen Situationen hat das durchaus Vorteile: gerade wenn Dinge sich anders entwickeln als erhofft, ist nicht jede Nichterfüllung gleich ein Fisako. Stattdessen zucke ich nur mit den Schultern, nehme das Beste aus der aktuellen Situation mit und denke schon mal voraus, wann sich gute Ereignisse nachholen lassen. Und so wendet sich dann erfreulicherweise manche Lebenslage wieder zum Guten, weil aus dieser Perspektive heraus kein zu früh / zu spät / zu hektisch / zu langsam existiert, sondern lediglich eine leichte Korrektur auf der Gesamtzeitschiene vorgenomnen wird.