Wenn ich die Balkontür öffne, fällt der Schnee rein, ordentliche Menge für eine Großstadt! Den ganzen Tag hat's gestürmt und geschneit und ich dachte mir: Einschneien, das wär's! Kuschlig, zum Winteranlass gern auch zweisam, mit Wollsocken und Körperwärme, endlich mal ausgiebig Zeit haben. Zwischendurch rausschauen, feststellen, dass es immer noch schneit, weiter nix tun oder schöne Beschäftigungen finden...
Nur leider geht das nicht so einfach, scheitert die Zweisamkeit doch oft genug am Organisationsaufwand. So was will ja von langer Hand strategisch eingefädelt werden, spontane SMS oder gar Anrufe (wie aufdringlich!) gehen ja gar nicht - die Männerwelt darf sich schließlich nicht bedrängt fühlen, Frau = Eroberungsbeute muss sich rar machen, damit der Jagdinstinkt nicht untergraben wird. Maaahhnn! Auch wenn Versuchsansätze erwiesen haben, dass sich das Interesse tatsächlich durch überlegte Handlungen bzw. Nicht-Handlungen anfachen lässt, ist mir das gerade zu anstrengend. Wenn ich Lust auf ein Treffen habe, will ich das angehen können - und zwar ohne das Gefühl, dem anderen auf die Nerven zu fallen. Wenn ich eine Nachricht erhalte, will ich antworten, ohne vorher 3 Tage + 6 Stunden abzuzählen, damit die Spannung angemessen steigt. Dieses strategische PingPong sehe ich mir lieber im Theater an (Pollesch!), im wirklichen Leben pfeife ich jetzt mal auf die taktischen Scharaden: dann baue ich mir eben mein eigenes Iglu im Schnee und kuschel mit dem Leschifant, pah!