Obwohl die Menschen in vielen Aspekten völlig verschieden sind, sind viele Grundelemente des ästhetischen Empfindens bei fast allen erstaunlich ähnlich. Das, was gemeinhin als Schönheitsideal bezeichnet wird, ist meistens der gemeinsame Nenner aus dem, was die Mehrzahl der Menschen an anderen gutaussehend findet - als Rückverprobung braucht man nur in jeder bliebigen Arztpraxis die verschiedensten Frauen fragen, wen sie im Gala-Heft als schön bezeichnen würden, und, oh Wunder, das wird dann nicht die Frau von der Tena-Werbung sein, sondern ein graziler Hollywoodstar. Sieht man dann von der Yellow Press hoch auf die befragte Person, drängen sich Fragen auf: Wenn viele ihre Wunschvorstellung von äußerem Erscheinungsbild so genau kennen, was ging dann schief?
Ich glaube, die meisten "Durchschnittsmenschen" haben zu wenig Mut und verstecken sich hinter dem, was sie für sich "angemessen" finden. Für Männer gilt das genauso: die wenigsten Rauschebartträger würden andere Männer mit ähnlichem Bart attraktiv nennen - aber sie verstecken sich lieber hinter einem Freak-Image, weil die Angst mit anderer Herangehensweise kläglich zu scheitern, zu groß ist.
Mir ist bewusst, dass Aussehen nur eine kleine Komponente der gesamten Persönlichkeit ist - aber wenn ich andere sehe, die ihr Outfit wie ein Schutzschild tragen und unter gedrückten Schultern trotzig gegen die Welt anschielen, dann würde ich sie am liebsten schütteln und aufrütteln. Entwickelt einen Stil, wie ihr wollt, aber seid stolz darauf und strahlt - man muss sich das Leben doch nicht selbst schwer machen?