Die Mietwagenzentrale in meinem Hauptreiseort meint es weiterhin gut mit mir: ich freue mich jedes mal wie ein Fünfjähriger, wenn ich wieder was Neues auf die Räder gestellt bekomme. Heute also: Upgrade S-Klasse, interessant. Zunächst fühlt es sich eher wie ein Fernsehsessel an, aber wenn man Sitz, Spiegel, Lenkrad und überhaupt zurecht rückt, versteckt sich hinter dem vielen Leder und Holz tatsächlich ein Auto. Als Herzstück technikverspielter Männer blinkt und leuchtet es allerorten wie ein Weihnachtsbaum und ist mit so vielen Sensoren ausgestattet, dass es vermutlich nebenbei ein Persönlichkeitsprofil des Fahrers erstellen kann und unterstützend zur Partnervermittlung einsetzbar ist. Sehr lustig ist das Öffnen der Tür nach Zielerreichen: der Sitz fährt automatisch gefühlte 1,5m zurück und ist sicherlich nichts für billige Gäste: in einem Polyester-Stretchkleid würde frau in diesem Moment mit Schwung von der Sitzfläche auf den Fußboden rutschen, was angesichts des hochflorigen Teppichs und des überbordenden Raumangebots die instinktive Suche nach einem künstlichen Kaminfeuer + Eisbärfell auslöst. Vermutlich gibt's sowas als Sonderausstattung, genau wie die in der Türverkleidung elegant verschwindene Minibar samt Weinkeller...