Es gibt Leute, die halten sich für irre schnell und kompetent. Diese Annahme stützt sich in den noch halbwegs guten Fällen darauf, dass sie bei Routinefällen 70% tatsächlich schnell hinbekommen - die restlichen 30% entpuppen sich dann jedoch regelmäßig als Zeitfresser, um den Flüchtigkeitsschrott wieder auszubessern. Da wird dann also getönt, dass eine Aufgabe nur 2 Stunden braucht - und 1,5 Wochen später kann man dann tatsächlich mit einem einigermaßen stabilen Ergebnis rechnen. Der Selbsteinschätzung tut das keinen Abbruch, es wird beim nächsten Mal genauso laufen - wenn es nicht so nervig wäre, könnte man das stoische Ego / Selbstbild fast bewundernswert finden... Auch in kleinen Alltäglichkeiten setzt sich das übliche Arbeitsschema durch: schnell-schnell wird überlegen-hektisch auf das Telefon eingehauen, um per ad-hoc-Anruf etwas zu klären. Klar, der Routinier hat die Nummern im Kopf und braucht weder Ruhe, noch Adressbuch (bei Unsicherheit werden einfach die Kollegen von der Arbeit abgehalten und dummdreist jeder Mist nachgefragt). Zurück zu der typischen Situation: schnell die Nummer in das Gerät reinprügeln, Erstaunen über neue Kollegen am Telefon, minutenlanges Klärungsgespräch, wer jetzt wo falsch und ach ja, die Durchwahl lautet dann wohl doch 4711 und nicht 4811, da habe ich mich wohl vertan... Immerhin: Umgeben von 2 Hektikern ist mein eigener Arbeitsstil spürbar ruhiger geworden, weil es mir zu Genüge als abschreckendes Beispiel gedient hat, dem ein oder anderen täglich bei seinem Gewurschtel zuzusehen.