Allzuoft kommt im Leben alles völlig anders als gedacht - nein, ich kann mich im Moment überhaupt nicht beschweren, in den letzten 10 Tagen kamen unverhofft eine Segeleinladung und eine Wiesn-Tisch-Reservierung angeflogen, solche Überraschungen nehme ich natürlich herzlich gern.
Erschreckend fand ich jedoch, dass ich Mittwoch bei philosophischer (und leicht weinseliger) Betrachtung der Sternschnuppen die Gedanken schweifen ließ hin zu was will ich, wie machen das andere, was ist gerade gut und überhaupt. Einer der Gedankengänge schlug die berufliche Entwicklung ein und ich dachte an einen Freund, der meines Wissens schon einige schwierige Situationen souverän und überlegen gemeistert hat - und dabei dank seines ansehnlichen Egos von lästigen Selbstzweifeln verschont bliebt, in Gegenteil: geradezu überlegen / leicht arrogant. Und ich dachte mir: Bingo! der Typ macht's richtig, so muss man in der Arbeitswelt auftreten, um nach vorne / nach oben zu kommen. Denn, machen wir uns nichts vor, mit Fleiß und stiller Aufgabenerledigung hat noch niemand Karriere gemacht.
Und nun dazu, warum das erschreckend war: weil ich nur wenige Stunden nach meiner gedanklichen Bewunderung Nachricht von ihm erhielt, dass er überraschend seine Kündigung in den Händen hält.
Gibt es eine Moral von der Geschicht? Ich finde, man sollte sich nicht zu sehr in fremden Erwartungen verlieren, sondern seinen Job (und auch alles andere) so anpacken, dass man selbst damit zufrieden und stolz darauf ist - schließlich weiß man nie, ob von außen nicht doch unerwartete Störungen auftreten, die einen unverhofft auf eine ganz neue Bahn katapultieren. Dann sollte man wenigstens nicht noch den Frust mitschleppen, sich dafür aufgerieben oder verbogen zu haben.