Eigentlich hielt ich mich bisher immer für einen lebhaften, wenn nicht gar leidenschaftlichen und temperamentvollen Menschen. Der sich in alles eher zu sehr als zu wenig reinstürzt und Tag für Tag Unmengen an Energie freisetzt (das Geheimnis, nie zuzunehmen). Im Moment fällt mir jedoch auf: brenne ich für gar nichts. Mein Job ist ok, erfüllt mich aber weißgott nicht mit Leidenschaft. Mein Freundeskreis ist mir lieb und teuer, aber selbst hier neige ich in letzter Zeit zu mehr Bequemlichkeit als früher. Ich bin zwar anerkanntermaßen Familienmensch, aber ich mache nicht mehr in jeder aufkommenden Situation das Unmögliche möglich (zu Lasten anderer Bereiche). Ich mag Männer und erfreue mich an der perfekten Mischung aus etwas Nähe und Distanz, aber vor Sehnsucht vergehen oder auch himmelhoch-jauchzend sind sicher nicht die passenden Umschreibungen für meine derzeitige Gelassenheit. Kurz: langsam wird's mir unheimlich... Oder ist das das Alter?? Werde ich auf meine alten Tage entspannt und in mir ruhend? (Wer mich näher kennt, wird diese Möglichkeit wohl bezweifeln.) Also: sollte ich in den nächsten Wochen wohl doch mal in mich gehen und überlegen, was ich womit im Leben eigentlich anfangen will - um neue Ziele zu erkennen und aus dem Alltagsgeschunkel ein Stück weit aufzuwachen. Zum Glück bin ich bei aller Entspannung nicht antriebslos: 3x wöchentlich Sport muss sein und die nächsten Partys sind auch schon geplant, so dass ich wohl noch nicht zum asketischen Haus-Tier mutiere.