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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Die alte Frage: besser nie kennen lernen als bewusst verlieren?

Eine uralte Frage, die ich noch nie eindeutig beantworten konnte (oder vielmehr: nicht mehr seit meiner überschwänglichen Dramatik-Jugend-Phase):

Ist es besser, große Freuden nie kennen zu lernen und somit auch nicht zu vermissen, wenn sie vergangen sind - oder ist es besser, große Leidenschaften / große Gefühle / große Momente zu erleben, auch wenn man früher oder später zurückblickt und wehmütig feststellt, dass diese Zeiten vorbei sind?

Schwierige Frage, denn einerseits ist ein gleichförmiges Leben ohne Highlights auch nicht der sichere Hafen, der vor Enttäuschungen bewahrt - andererseits ist es doppelt schwer, etwas zu verlieren, dass man einst kannte.

Wer große Liebe erlebt hat, will nicht mehr mit schalen Kompromissen leben. Wer früher wundervolle Weihnachten hatte, wird später jedes Jahr wieder gegen den Weihnachtsblues ankämpfen - Gleichgültigkeit ist nie wieder herstellbar. Wir alle neigen dazu, vergangenen Highlights hinterherzutrauern: der Jugend, der Unbeschwertheit, der Wärme, der Liebe.

Aber - wäre es nicht genauso schal und leer, wenn man keine Sehnsüchte hätte?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich manche Erfahrung (gerade aus diesem Jahr, aber auch ältere aus 2003-2008) nicht lieber rückgängig machen würde - ich sehe bis heute keinen positiven Wert, den ich daraus ziehen kann. Es wäre mir lieber, den Versuch einer zukunftsträchtigen Beziehung (die bitterböse schiefging) lange vor dem Eingehen einer ernsthaften Bindung abgebrochen zu haben. Es wäre leichter, nie den besten S... seines Lebens gehabt zu haben und dann festzustellen, dass so eine Naturgewalt wahrscheinlich nie wieder passieren wird.

Und doch - ich bin ein leidenschaftlicher Mensch. Ich werde wohl kaum durch's Leben kommen, ohne leidenschaftlich auf die Schnauze zu fallen.

Für andere gilt entsprechendes: Wer Liebe und Wärme mag, Familienweihnachten genossen hat und mit seinem Wertesystem auf Familie und Freunde eingestellt ist, der wird immer auch zurückblicken und bedauern, dass es vorbei ist.

Aber wer nicht bedauert, hat nicht gelebt - das Märchen von einem Leben, in dem es immer nur bergauf geht und in dem man nur gewinnt und nie etwas dabei verliert, dieses Märchen ist eben nur ein Luftbild. Und wenn man sich umsieht und genauer hinschaut stellt man fest, dass es niemanden gibt, der nicht auch unterwegs Dinge verloren hat, die wertvoll waren. Nur ganz wenige Abgestumpfte bemerken diese Verluste gar nicht und wandeln frohen Mutes durch die Welt mit einem Schutzwall aus Einfalt und Gefühlskälte. Alle anderen müssen sich mit Weihnachts- oder Silvesterblues herumplagen und werden es dennoch meistern, das Beste daraus zu machen, oft mit Hilfe lieber Freunde!

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F
<br /> Ja, das ist auch immer wieder mein Thema.<br /> Um mal einen Oma-Spruch rauszukramen:<br /> Man sollte lieber mal etwas wagen, auf die Gefahr hin, es später zu bereuen, als später einmal bereuen zu müssen, nichts gewagt zu haben.<br /> Nicht leicht aber doch der bessere Weg und schlussendlich sind wir doch nichts anderes, als die Summe unserer Erfahrungen. Auch wenn nicht immer alles offensichtlich einen Sinn ergibt, irgendeinen<br /> wird es haben.<br /> Nicht volles Risiko aber ganz ohne? Wozu lebt man dann? Fühlen und das wissen, das zu können ist so wichtig!<br /> Scheiß auf den Blues, ich tus auch - mal wieder. Dasselbe gilt für Svenja! Gelle ;)<br /> <br /> <br />
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B
<br /> <br /> Prima, da sind wir uns ja einig! Unterstützung ist in dieser doch recht schattigen Jahreszeit was Feines und so kämpfen wir weiter wacker und in bester "Viva-la-Felicita"-Manier: Nicht nur Herr<br /> Rossi sucht das Glück! Ein kleines Scheibchen hier und da werden wir sicher alle immer wieder davon finden, so viel ist mal sicher.<br /> <br /> <br /> <br />
S
<br /> Du stellst genau die richtigen Fragen. Es sind dieselben, die ich mir auch manchmal stelle. Irgend so ein doofer Philosoph hat gesagt, wir hätte im Leben die Wahl zwischen Schmerz und Langeweile.<br /> Heute verstehe ich, was das heißt.<br /> Früher habe ich kein Risiko gescheut und habe alles mitgenommen, das sich zwischenmenschlich irgendwie ergeben hat. Das war aufregend, aber oft auch sehr schmerzhaft. Heute ist mein Leben so<br /> geregelt, wie die Buchhaltung vom Finanzamt Kiel-Süd und never würde ich ein Risiko eingehen. Dafür ist es manchmal aber auch ein wenig langweilig.<br /> Ich denke, dass du ziemlich viel gerade sehr richtig machst und wenn du nicht so schrecklich weit weg wohnen würdest, könnten wir das bei einem Glas Blanchet näher erörtern :-)<br /> Eine frohe Adventszeit und mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen.<br /> Svenja<br /> <br /> <br />
Antworten
B
<br /> <br /> Danke dir - und das mit dem Blanchet kriegen wir noch hin, ganz sicher!!<br /> <br /> <br /> <br />