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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Die Quelle der Ignoranz: ...da war doch noch wer...

Manchmal gibt es viel zu gewinnen, indem Dinge verloren gehen. Zuerst der ungeliebte Brilliantring, der sich elegant in Luft auflöste. Auch überflüssige Ängste vor unbekanntem Terrain, in das man sich bisher nicht vorgewagt hat, schwinden. Zu meiner eigenen Verwunderung verlor ich sogar meine Abneigung gegen Bärte und gestern verlor ich wohl vorübergehend die Contenance, als ich meine Friseurin beherzt aufforderte, noch ein gutes Stück mehr vom Haupthaar abzuschneiden. Die Krönung war jedoch, als ich neulich feststellte, dass mir mein (leiblicher) Vater aus dem Alltagsbewusstsein komplett entfallen war.
Vor einigen Tagen war einer der 3 Feiertage im Jahr, zu denen wir noch voneinander hören. Da jedoch längst andere Protagonisten in die Kategorie "Eltern" nachgerückt sind, war ich davon überzeugt, bereits aus der ganzen Familie Glückwünsche entgegen genommen zu haben, ohne ihn darunter zu zählen. Das fiel mir erst auf, als das Telefon klingelte und "P" anzeigte, und mir schlagartig einfiel: da war doch noch was bzw. wer...! Es wird ein Schock sein, wenn eines Tages in ferner Zukunft die Nachricht mit schwarzer Umrandung eintrifft - denn dann werden wir einen seit langer Zeit weitgehend Fremden beerdigen, umringt von fremden nicht-Angehörigen und selbst nicht-mehr-zugehörig.
Manchmal ist es fast schon erschreckend, wie viel Ballast man einfach hinter sich lassen kann...
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