Lange war ich ja der Meinung, das Internet benötigt dringend die Einrichtung einer Lektorats-Instanz - bei allen eigenen Schreibfehlern bleibe ich arrogant genug, die erschreckend geringen Sprachkenntnisse in der Bloggerwellt zu verteufeln. Seit wann wird in den Schulen kein Deutsch mehr unterrichtet?? Langsam wird mir das Ausmaß der Pisa-Themen klar... Vielleicht ist jedoch die entsetzte Perspektive ganz falsch und stadt dessen sollte mehr Humohr auf den Plan trehten? Während Svenja mit diversen Kommentatoren um die Aufhebung des Glühweinembargos für Togo kämpft, frage ich mich immer wieder bei Durchblättern von Werbeprospekten, warum bspw. bei Waschmaschinen oft die Masse angegeben wird, obwohl mich als Kunden Länge/Breite/Höhe viel mehr interessieren würden. Die feinen Abstufungen von Begriffen gleichen Wortstamms bergen ebenfalls viele Fallstricke - so hat vor langer Zeit mein allererster (damals einzigster) Freund beim körperlichen Herantasten erstaunt ausgerufen: "Wusste gar nicht, dass mein Hintern so erotisch ist!" - eine Tatsache, die mir völlig verborgen blieb, aber ihm hat's wohl gefallen. Erogen aus der homogenen Masse der Körperteile herauszustechen ist eben immer noch besser als endogen depressiv. Ich schätze, wer sich klassischer Musik nähern möchte ist alt und verschroben genug, um an altmodischen Satzbauregeln wie Subjekt / Prädikat / Objekt festzuhalten. Am besten bekämpfe ich die Trauer über dahinsiechende Sprachqualität mit einem Glühwein's für Togo!