Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Es gibt Themen, die zuverlässig jeden Smalltalk ordentlich auflockern: Wäschefragen unter Freunden! Nun gehöre ich zu den Frauen, die sich schöne Wasche gerne selber kaufen, noch lieber nicht selber bezahlen (grummelnd in Kauf nehmen, dass dann aber nur Schund und billige Männerphantasien dabei heraus kommen), aber auch gerne Wäsche von der anderen Seite in Anspruch nehmen: es gibt unter den verschiedenen Modellen der Männerunterwäsche einige äußerst tragbare und kuschlige Exemplare. Und so bediente ich mich in den vergangenen Jahren gern im Kleiderschrank des Partners, gerade im Winter ist das Mehr an Stoff sehr empfehlenswert zum winterlichen Rumschlunzen und Wohlfühlen. Darüber hinaus ergab es sich vor geraumer Zeit, dass ich bei Freunden strandete mit nicht mehr als den (spärlichen Sommer-)Klamotten, die ich auf dem Leib trug. Prompt wurde mir ausgeholfen mit T-Shirt des einen und Hose des anderen und ich bekam sogar noch eine ganze Betthälfte für mich alleine. Nachdem der Spender der Hosenleihgabe angesichts Erklärungsnot vor seiner Frau die Rücknahme verweigerte, gewöhnte ich mich an das Relikt und nur gelegentlich verglichen wir den fortschreitenden Verfall der mittelmäßigen Qualität bei seiner und meiner Tragweise.
Wochen, Monate, Jahre später strandete ein vorübergehender Irrläufer bei mir, mit nichts als einer Zahnbürste im Gepäck. Immerhin! möchte man angesichts des yeti-haften Gesellen meinen, aber bei einem spontan-Aufenthalt von vollen 2 Tagen weiß ich es als Gastgeberin zu schätzen, wenn der Herr nach einiger Zeit die Dusche in Anspruch nimmt und sich in saubere Gewänder kleidet. Immer nur im Handtuch durch die Gegend rennen ist für Unternehmungen in der Stadt nicht so ideal, und so verlieh ich das wenige, das ich besaß: meine einzige Männerunterhose + T-Shirt, nur um beides nimmer wieder zu sehen (hätte er mir wenigstens zuschicken können!! Idiot!!!) *seufz*
Dabei stellte ich fest, dass Männer nur höchst ungern Unterwäsche anderer Männer tragen (sich sozusagen ein fremd markiertes Gebiet überstreifen, und dann noch an delikaten Stellen!). Andersrum ist allerdings auch doof: wer je einen Mann im Spitzentanga sah weiß, was ich meine...
Am Tag nach meiner aufopfernden Leihgabe ergab es sich im Gespräch mit einer Freundin: "Und wo ist er (der Besucher) jetzt?" Antwort: "In der Stadt unterwegs - in der Unterhose meines Chefs!"
DAS muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen