Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Übersetzen wir eine kleine berufliche Aufgabe in eine einfache Frage, zum Beispiel: Schirm kaufen oder nicht kaufen?
Die Frage wird einem Kollegen gestellt, bzw.: eigentlich wurde ihm die Frage schon mehrfach innerhalb der letzten Wochen gestellt, jedoch zunächst ohne Ergebnis. Termine verstrichen, Antworten fielen sang- und klanglos aus, es ging nicht voran. Die letzte Frist lief vor 6 Arbeitstagen ab, ich erwartete nichts mehr.
Heute jedoch nahm ein Unterstützer die Spur noch mal auf und wagte einen letzten Vorstoß: Schirm kaufen oder nicht kaufen? Antwort unbedingt heute noch!
Am Nachmittag dann tatsächlich eine Reaktion von befragtem Kollegen: Ob die Antwort heute notwendig wäre, er hätte so viel zu tun und überhaupt ob er nicht bis Ende der Woche...?
Nein, ich bin hart geblieben: Ende der Woche muss die Ausstattung vollständig sein, dann geht der Koffer auf Reisen - ob mit oder ohne Schirm.
Am frühen Abend dann tatsächlich eine Art Antwort: also, eigentlich wäre alles ok, er hätte nur die Anmerkung, dass man evtl. noch einen Schirm kaufen könnte, weil vielleicht eines Tages Regen und dann wäre das sicher hilfreich.
So viel Konjunktiv überfordert mich, also zurück gefragt: Schirm kaufen oder nicht kaufen?
Fast umgehend entstand akuter Gesprächsbedarf: der Kollege begann eine Diskussion, in welchen Situationen ein Schirm hilfreich sein könnte oder auch nicht und dass das zu gegebener Zeit vielleicht nicht schlecht wäre.
Knapper Hinweis von meiner Seite: wie denn nun die Aussage ist - Schirm kaufen oder Schirm nicht kaufen?
Kollege (guckt kurz wie ein Auto): er gebe ja nur eine Empfehlung ab, dass unter evtl. ein Schirm ...
Inzwischen leicht ungeduldig: Und wer sollte seiner Meinung nach die Entscheidung treffen?
Kollege: [...] (erneut: das Auto)
Ich: Soll ich eine Münze werfen?
Kollege (jetzt angefressen): ja, dann also Schirm kaufen. Ob er es mir schriftlich geben soll.
Habe kurz überlegt (in Versuchung geführt), dann aber wohlwollend darauf verzichtet - Gesprächsprotokoll reicht ;-)
Mir ist nur immer noch nicht klar, was daran jetzt soooo schwer war.
P.S.: Das Doing macht natürlich noch jemand anders, weil der Kollege ja zu fein und zu doof ist, die Farbe des Schirms selbst zu bestimmen, geschweige denn, die Beschaffung selbst umzusetzen.
Und ich denke mir einmal mehr: ob der Schreibtisch kaputt geht, wenn ich zu oft / zu hart mit dem Kopf aufschlage???