Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Das Camping-Wochenende hinterlässt tiefe Spuren, plötzlich wird der Alltag in Frage gestellt:
Warum hat die Generation-des-goldenen-Handschlags so hohe Pensionen? Warum sind 6tausend Einkaufswagenpfandmarken pro Monat manchen trotzdem zu wenig? Und warum zum Teufel muss ich noch 30 Jahre arbeiten, bis ich mich auf Kaffeefahrten und Dauercamper einlassen kann??
Also, in meinem nächsten Leben werde ich gleich Rentner, von Anfang an! Früher dachte ich mal, reich heiraten, Kinder kriegen und Hausfrau werden würde einem ein süßes Leben ermöglichen, aber das funktioniert ja dann doch nicht so recht (wer immer noch diesem Irrtum aufsitzt, muss nur mal im Fernsehen die Doku-Soap der neureichen Proll-Geissen-Familie mit dem stressigen Pendeln zwischen Kitzbühel, Südeuropa und Blondierungs-Salon verfolgen). Also ist Plan A nicht haltbar, Plan B schwer umsetzbar und Plan C mit furchtbar viel Arbeit verbunden.
Was hilft aus der Tretmühle?
Na klar, Rebellentum: aus Protest gegen die wilden 60er-Jahre unserer Eltern flüchtet sich die Arbeitsgeneration in idyllisch-überteuerte Vorortsiedlungen und spart auf ein eigenes Wohnmobil. Oder einen coolen VW-Bus. Darf halt nur nicht zu klein sein, schließlich muss das hippe Mountainbike Platz finden, der Flachbildfernseher, die Spülmaschine und vielleicht reist am besten gleich die Putzfrau mit... Zugegeben, mit einem bunt bemalten Kiffer-Bus hat das wenig zu tun; das hat man nun von jahrzehntelanger Gehirnwäsche "Drogen sind böse!". Zumal Wild-Camping je nach Gegend entweder zu gefährlich ist (spezialisierte Banden aus Südosten) oder rigoros verboten wurde (von spezialisierten Banden aus der Politik oder aus Südosten).
Also wieder im Kreis gedreht. Wie das mit Gedanken, die man nicht los wird, nun mal so ist. Vor dem geistigen Auge flimmern Bilder von einsamen Bergseen, beeindruckenden MTB-Touren bei strahlendem Wetter, spontanen Wochenendausflügen unter Vermeidung teurer Hotels und natürlich den ganz großen Fahrten, die einen für 2 Monate quer durch alle umliegenden Länder tragen.
Ob ein 6m langer Wohnbus sich steuerlich als Dienstwagen absetzen lässt...??