Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Pünktlich zum von mir alles andere als geliebten Silvestertag kam der 2011er Prospekt des Mountainbike-Anbieters, mit dem ich dieses Jahr über die Alpen gefahren bin. Der Guide wird darin als "besonders einfühlsam" beschrieben - ja, das hatte ich wohl auch mal gedacht... Und schon sind die Wunden wieder aufgerissen. Ausgerechnet jetzt. Wo doch klassisch auf's alte Jahr zurück geblickt und für's neue Pläne geschmiedet werden und gute Vorsätze (das passiert mir nie wieder! Oder doch??) gemacht werden und weit und breit niemand zum Knutschen ist und Silvester ohne Knutschen irgendwie trostlos und ganz schön allein daher kommt. Hmpff...
Da heute noch altes Jahr ist, versuche ich ein letztes mal (?!?) zu ergründen, warum mich diese Guide-Geschichte so bis in's Mark getroffen hat. Lag das nur am empfundenen Verrat von initiierten Hoffnungen, Träumen und Aussichten? Oder waren da tatsächlich Gefühle im Spiel? Kann man sich in so jemanden überhaupt verlieben?: Es ist tatsächlich möglich, hässliche Augen zu haben (auffälligstes Merkmal). Ein leicht verkampfter Typ, der albern herumfuchtelt. Gelegentlich nervtötende, schleppende Sprechweise voller "nä"-Füllwörter. Äußerlich älter aussehend, innerlich unreifer als der Geburtsjahrgang vermuten lassen würde. Trotz angeblich starker optischer Konzentration auf die Welt mit bemerkenswert unschönen Dingen umgeben: Klamotten, Behausung, Müll und Chaos in greifbarer Nähe. Ohne Sinn und Plan in den Tag hinein lebend, immer zu spät. Jemand, den ich weder Kollegen noch Freunden vorstellen wollte. Mit dem ein Leben undenkbar gewesen wäre. Nicht besonders attraktiv. Jemand, der wesentliche Tatsachen verschweigt, den kurzen Schritt zur vollen Lüge dann auch noch geht und sich dabei moralisch nicht betroffen fühlt. Der von Stärke angezogen ist, wo er selbst keine beweist.
Und die Moral von der Geschicht?
Fällt mir immer noch nicht ein.
Aber wenn ich an meinem Unterarm entlang gucke und die Überbleibsel des Fahrradsturzes sehe denke ich, dass ich wohl nicht nur eine (1) Narbe davon getragen habe...
Silvester kann dieses Jahr nur bedeuten: Nächstes Jahr wird vieles anders, manches besser und neue Erfahrungen und Erlebnisse werden Altlasten (hoffentlich!) in den Schatten stellen!