Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Wie schön, wenn der Ex-Partner keine Freunde hat! Die Gefahr, ihn im gemeinsamen Freundeskreis zu treffen, ist erfreulich gering, man kann sich tatsächlich sofort und langanhaltend aus dem Weg gehen und sich frei und unbeschwert durch die Stadt bewegen. Unterschiedliche Interessen unterstützen die saubere Trennung ebenfalls, also ist ein unpassender Partner zumindest im Nachhinein gar nicht so übel.
Dumm nur, wenn es anders läuft: wenn der oder die Ex zwar nicht die gleichen, aber ähnliche Interessen und Freunde hat. Und dann ausgerechnet in den ersten, noch "frischen" Monaten auffallend häufig bei den üblichen verdächtigen Veranstaltungen auftaucht, bei denen mit Sicherheit auch der/die Verflossene zu erwarten ist - und was bei allen guten Vorsätzen jedes mal zu einer weiteren Grundsatzdiskussion führt.
Die Beweggründe sind immer die gleichen:
1.) Die Message soll sein: "Ich amüsiere mich prächtig und das auch noch bei genau den Dingen, die mein Expartner so mag - sieh her, ich bin dein Traummann / deine Traumfrau, aber du wolltest ja nicht, ätsch!"
Tatsächlich kommt an: "Ich bin immer da wo du auch hingehst, du kommst nicht um mich herum, sch... auf den Fluchtinstinkt, ätsch!"
2.) Die Idee dahinter: "Ich bin hier, weil das schon immer meine Lieblingsbeschäftigung war, ehrlich! Dass wir zwei mal ein Paar waren, ist schon ewig her, habe ich schon ganz vergessen, ist schon so weit verarbeitet, dass ich gar nicht drüber nachdenke, ob du auch hier sein könntest - du hast natürlich keinerlei Einfluss auf meine Abendgestaltung."
Die Wirkung: "Ich will dich immer noch so oft wie möglich sehen und bin hier, weil du auch hier bist, ich lasse nicht so schnell locker und hänge noch so sehr an dir."
3.) Der dritte Beweggrund ist etwas, was nur die Frauen hinbekommen: die Märtyrerschiene! Sie weiß, dass es weh tut ihn zu sehen und zuzusehen, wie er sich amüsiert oder gar andere anbaggert. Aber so wie man einen Mückenstich wider besseren Wissens aufkratzt, so knibbelt sie am Schorf der Beziehung herum und reißt die Wunde immer wieder auf. Wenn es ihr dann tatsächlich zusetzt ihn zu sehen, kann er es ruhig mitkriegen: soll er doch sehen, was er ihr, der armen unschuldigen Traumfrau, angetan hat!
Die Reaktion auf der anderen Seite ist meistens eher entnervt, bestenfalls mitleidig.
Die Goldene Regel nach der Trennung sollte immer sein: vermeide Begegnungen! Und zwar besonders in den ersten 3-6 Monaten. Verteidige dein Revier und lass ihm seins. Irgendwann wird sich ein entspanntes Nebeneinander in der gleichen Stadt ergeben, aber niemals erzwingen.