Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Gerade wenn die äußere Erscheinung nicht umwerfend ist, kommen ja die inneren Werte zum Zuge. Und die setzen sich aus Weltanschauung, Humor und Aufrichtigkeit zusammen. Kein Wunder, dass es einer kalten Dusche gleich kommt, wenn der nette Schüchterne, der ein Loblied auf Vertrauenswürdigkeit (!) hält, plötzlich aus dem Wertesystem fällt. Und, bei aller Abgebrühtheit, die ich gerne hätte, muss ich leider sagen: die Moral steht mir im Weg.
Es ist nicht der erste Mann (und vermutlich auch nicht der letzte), dem ich die Freundschaft kündige, weil er seine Partnerin mit mir betrügen will.
Solange sie abstrakt und weit weg war und er das ganze als "Altlast" dargestellt hat, ging es prima. Ich hätte sogar die Wunschvorstellung gehabt, mit dem Guide die nächsten 8-9 Monate eine aufregende Affäre jenseits meines normalen Alltags zu haben, bis die Routine die Aufregung von ganz allein killt.
Aber mit der Freundin zurück in unmittelbarer Nähe ist nicht nur das Zeitproblem zur Krux geworden, sondern auch die gezielte Bereitschaft, sie über einen längeren Zeitraum anzulügen und zu hintergehen, um sich den Nebenschauplatz nebenbei warm zu halten, geht mir gewaltig gegen den Strich: wer hintergeht und lügt, ist hinsichtlich seiner ach so tollen inneren Werte auf einmal dringend recycling-bedürftig.