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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Offenheit oder Müllhalde?

Will ich, dass mein Gegenüber ehrlich zu mir ist? Ja.

Will ich deshalb gleich alles über ihn wissen? Nein.

Es gibt einige gute Gründe, es mit der Offenheit nicht bis in die Maßlosigkeit zu übertreiben - einer davon ist sicher, dass manchmal die offene Aussprache zum Abladen eigener querliegender Gedanken genutzt wird, die man(n) besser selbst erst mal ausgegoren hätte, bevor sie das Licht der Welt erblicken. Ein weiterer triftiger Grund: wer sein schlechtes Gewissen erleichtern will und darüber hinaus Absolution für seine Vergehen erhofft, ist sehr egoistisch unterwegs.

Was hilft es, einen Fehltritt zu beichten? Ist es nicht besser, die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen und über weitere Details die Klappe zu halten? Also: entweder still bereuen und nicht wiederholen, oder Veränderungen einläuten, die offensichtlich schon überfällig waren.

Diskussion dazu mit einer Freundin: wenn der Mann betrügt, soll / will die Frau das wissen?

Sie will sicherlich wissen, wann es Zeit ist zu gehen - also jahrelang fremd-austoben und zu Hause heile Welt vorspielen kann nicht Sinn der Sache sein. Aber was hilft es ihr, wenn sie entweder von einem einmaligen Ausrutscher erfährt oder von einer längerfristigen Sache, die auf lange Sicht die Beziehung in Frage stellt? Es hilft ihr gar nicht, es hilft nur ihm - indem er seine Schuld ablädt wie an einer Bio-Müllkippe um anschließend zuzusehen, wie der Ballast in ihr gärt und sie ihm schließlich längst fällige Entscheidungen aus der Hand nimmt.

Auch wenn mir Vertrauenswürdigkeit eins der höchsten Güter ist - es sollte nicht mit 100%iger Offenheit verwechselt werden.

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