Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Nach mehreren Monaten Anlauf habe ich gestern das gefunden, was ich gesucht hatte: einen Boogie-Verein. Ich brauche keinen festen Partner, es ist nicht teuer und ich kann flexibel verschiedene Kurse und Trainingsmöglichkeiten nutzen, also abgesehen von der Lage am anderen Ende der Stadt ist es ideal.
Aufgrund früherer Erfahrungen konnte ich mir ungefähr ausmalen, was mich erwartet: ein paar "normale" Männer, die im Gegensatz zur breiten Masse gern tanzen; ein paar verklemmte Nerds, die sich leider häufig selbst im Weg stehen; ein bis zwei auffallend Kontaktfreudige, die in jedem Verein Vorstand des Kegelclubs werden wollen, und mit etwas Pech noch ein Alkoholiker im Schmuddelpulli (Tango Argentino vor 9 Jahren, bäääh).
Dank meines seit 8 Wochen ungebrochenen Optimismus konnte ich erfreut feststellen: im Lindy Hop-Kurs ist alles besser! Unter den verfügbaren Männern bringt jeder einzelne Vorteile mit: Einer führt hervorragend, der nächste muffelt nicht nach schlabbrigen Klamotten, ein Weiterer war prima zum Üben mit Ansagen, der Nächste roch angenehm frisch und der Übernächste hatte Klamotten ohne Löcher an. Die weiblichen Teilnehmer waren auf Anhieb alle nett überwiegend attraktiv.
Ich würde sagen, da werde ich meine tief verwurzelte Abneigung gegen Vereine überwinden und die nächsten Monate möglichst viel über Charleston, Lindy Hop, Boogie Woogie, Rock'n'Roll und ähnliches aufsaugen. Jetzt, wo ich gesehen habe, dass meine Vorurteile über die Typologie der Tänzer völlig unbegründet sind!