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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Scheitern (auf dem Weg) zum Erfolg

Die Philosophie des Scheiterns beschäftigt mich nun schon etwas länger. Ähnlich wie mantra-artige Beruhigungssätze beim autogenen Training ist das Bewusstmachen der völlig unterschätzten Vorteile des Scheiterns ein großartiger Anker, wenn die See rauer oder der Ausgang ungewisser wird, kurz: wenn die Unsicherheit angekrochen kommt.

Meist ist gar keine akute drohende Gefahr der Auslöser, sondern vielmehr die grundsätzliche Sorge, dass etwas nicht dem geplanten Ergebnis entspricht. Weil wir allenthalben eingetrichtert bekommen, dass nur die Zielerreichung zählt und sonst gar nichts. Wen interessiert schon, ob FC Bayern im Finale schönen Fußball gespielt oder 89 min. dominiert hat - hängen bleiben wird das Ergebnis daraus. Behauptet zumindest der Volksmund, umringt von Stammtischparolen und flankiert von Besserwisserphrasen.

Tatsächlich jedoch wird Leistung anerkannt - und zwar vor allem die Leistung des Durchhaltens, des Wieder-Aufstehens und des trotzdem. Steve Jobs hat sich vor einigen Jahrzehnten gnadenlos verschätzt mit seiner abfälligen Meinung über die aufkommenden IBM Computer - sie haben sein junges Unternehmen fast ruiniert. Nur der Biss, es trotzdem und jetzt erst recht zu versuchen, hat die spätere Legende hervor gebracht.

Egal, ob privat, beruflich, beim ersten Date oder in langfristigen Projekten - wir brauchen mehr Mut zum Scheitern!

Ein erster Eindruck kann katastrophal sein und lässt sich kaum wiederholen, es wird aber auch nicht der letzte erste Eindruck im Leben sein, es gibt immer ein nächstes erstes Mal und neue Chancen. Lernkurven machen zwar weitaus weniger Spaß als Erfolgswellen, aber wer kann schon von sich sagen, dass er mit 14 den Partner für's Leben in inniger, ewiger Zweisamkeit gefunden und vom Kindergarten aus zielstrebig und stolpersteinfrei den Karrierepfad beschritten hat. Ohne die doofen Zwischen-Zeiten, die ätzenden Durststrecken und die peinlichen Fehler, die wir unterwegs machen, würden wir doch vor lauter Weichspüler in Glückseligkeit ersaufen und wären nie von den Bäumen runter gekommen. Es gäbe keine Anreize es besser zu machen und keine Entwicklung. Und friedliches Glück ist zwar faszinierend, aber der menschlichen Natur so gar nicht zu eigen.

Geht raus und scheitert, macht euch zum Narren und stürzt ab bei dem Versuch, zur Sonne zu fliegen.

Es nie zu versuchen oder sofort wieder aufzugeben kann ja nun auch keine Lösung sein!

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