Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Warum nur war ich die letzten Jahre so zurückhaltend? Ich nahm Rücksicht auf männliche Befindlichkeiten, rückte ihnen nicht auf die Pelle und wollte fragile Freundschaften, die auf der ausgeglichenen Spannung zwischen Distanz und Anziehungskraft beruhen, nicht erschüttern. Alles fade, jetzt wird's endlich wieder bunter: In meiner Mission, endlich all das auszusprechen, was ich sonst taktvoll zurückgehalten hatte, verbuche ich Erfolg über Erfolg!
Es lohnt sich, das Gespräch mit einem attraktiven Mann mit dem "Wissenwert-Dreiklang" zu beginnen:
- Bist du verheiratet?
- liiert?
- schwul?
Und schon weiß frau, woran sie ist und kann hemmungslos flirten. Nebeneffekt: die Warm-Up-Phase der Gesprächsfindung läuft fast-forward und die öden Floskeln über Wetter und Hobbies können getrost ausfallen.
Später am Abend (ein Glas Wein hilft da ungemein) hatte ich endlich Gelegenheit, ein wundervolles Zitat aus "Abgeschminkt" anzuwenden und fragte mein Gegenüber:
- "Stört es dich, wenn ich für 30 sek. an deiner Unterlippe nuckel?" Der Mann war jedoch nicht zu erschüttern und blieb ganz gelassen:
- "Ich bin zu müde, um mich vorzubeugen, aber wenn du auf meinen Schoß kletterst, ist das kein Problem."
Mal sehen, was mir in nächster Zeit an schönen Gelegenheiten unter die Hände kommt - die Phase der braven Zurückhaltung lege ich jedenfalls Schritt für Schritt ab.