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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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So ein Theater!

Die Saison wird mit einem Premierem-Feuerwerk eröffnet - aber anstelle bewundernder Ausrufe gibt es stoisch-gelassenes Publikum und wild gestreute Ideensammlungen. Zur Sache: München. Neuer Intendant. Streicht den gesamten Spielplan aller 3 Theater seines Zuständigkeitsbereichs und wirft 80% des Ensembles raus. Holt sich eine Handvoll mittelmäßig bekannter Namen, um den Wienern eins auszuwischen. Und dann: geht das mit dem geplanten Paukenschlag ("Seht her, hier bin ich!") schief und die am meisten verwendeten Begriffe nach einem Theaterbesuch sind "Warten", "Langeweile" und "zerpflückt".

Weil die Zeitungen ja doch nur Meinungen aus zweiter Hand sind, erstand ich Karten und sah es mir persönlich an.

Als erstes fiel auf: Sinnlose Rezitation von Lehrbuchanweisungen (hier: wie man einen erlegten Hirsch ausweidet), vorgetragen von 4 fast-nackten Männern sollten auf das Provokationsmoment reduziert und nicht auf 10-15 min. Länge ausgedehnt werden. Dann: sinnloses Papierfetzen-Chaos auf der Bühne erinnert doch eher an Kindergeburtstag als an großes Theater. Es ging zusammenhanglos weiter...

Zwischendrin - die meisten haben es vor lauter sinnfreiem Durcheinander gar nicht mitbekommen - gab es einen erstaunlich verstörenden, höchst brisanten Monolog vor dem aufgestellten Bildnis von Papst Johannes Paul II. über Missbrauch in der katholischen Kirche. Krass! Provokation und Verarbeitung zeitgenössischer Themen auf höchstem Niveau. Jedoch: ohne jeden Zusammenhang zum Stück an sich und ohne Reaktion des Publikums.

Zum weiteren Verlauf sei gesagt:

Die Kostümierung einiger Hauptdarsteller in mannsgroßen Brathähnchen-Zwangsjacken haben wir noch gelassen ertragen. Den nackten Mann habe ich dank guter Materialbeschaffenheit sogar genossen. Bei der Birne, die als Nebenschauplatz über die Bühne lief, sind wir vor Lachen fast zusammengebrochen (in einem ansonsten mucksmäuschenstillen Theater). Die Stück-im-Stück-Darbietung von Shakespeare war unglaublich schlecht. Und 20 min. vor Schluss haben wir dem verführerischen Stühlerücken über unseren Köpfen nachgegeben und sind geflohen.

Ich dachte, ich hätte im normalen Leben schon viel erlebt - aber so schlechtes Theater? Nein, lange nicht!

 

(P.S.: "Halali" am Cuvilliés-Theater: gönnt euch statt dessen lieber einen schönen Fernsehabend)

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