Es gibt (scheinbar?) tatsächlich Paare, die durch aufrichtige, beidseitige Gefühle miteinander verbunden sind. Bei denen sie sich um ihn kümmert, wenn er krank ist, und auch umgekehrt er sie umsorgt, wenn sie darniederliegt. Es gibt Männer, die ziehen ohne Aufforderung los und erledigen die Wochenendeinkäufe und bringen Lebensmittel für beide mit (im Gegensatz zu einer kleinen Packung Toast + 2 Joghurt, weil das für ihn reicht und mehr interessiert nicht), einfach nur weil sie später aus dem Büro kommt als er. Und dann die Krönung: gemeinsame Unternehmungen von Weihnachtsmarktbesuch über Skitour bis hin zum Segelschein, weil praktischerweise beide weitgehend die gleichen Aktivitäten mögen - also ungezwungene gemeinsame Freizeit, ohne dass der ewige Kampf Meine Zeit gegen Deine Zeit aufkommt.
Auch wenn das schon ziemlich nah am Idealzustand sein mag, so sollte man doch ins Grübeln kommen, wenn keiner der Punkte erfüllt wird. Dann ist es vielleicht nicht der richtige Partner, sondern eher ein Garant für eine der eher anstrengenden Beziehungen.
Wer also meint, er sei unabhängig und selbständig genug, um alle Unstimmigkeiten überbrücken zu können (schließlich will man ja nicht nur im Doppelpack existieren), macht sich möglicherweise das Leben schwerer als es sein muss.
Man muss ja nicht auf den idealen Partner warten und 20 Übereinstimmungspunkte aus der Checkliste abhaken, bevor man es auch nur versucht - aber wenn sich das Zusammensein nur mit Anstrengungen, Verzicht und von-vorneherein-Kompromissen gestalten lässt, dann ist eine dauerhafte Zukunft sicher kein leichtes Unterfangen.