Herrlicher Schlunzabend auf der Couch und quer durch's Fernsehprogramm gezappt - und was sehe ich? Zögernde, berechnende Männer auf allen Kanälen! Die Herren haben so viel Angst davor, ihre Freiheit zu verlieren und sich an jemanden zu binden (gleichbedeutend mit: "an etwas anketten"), es ist die wahre Pracht und lässt sich natürlich herrlich ausschlachten. Insbesondere die damit verbundene finanzielle Sorge - eine Frau wird als teures Übel gefürchtet, die Kosten einer möglichen Scheidung hängen wie ein Damoklesschwert über dem Haupt eines jeden nicht-mehr-Singles. Ich habe schon häufig Kollegen / Freunde / Bekannte erlebt, die mit schreckgeweiteten Augen von Scheidungsanwälten, Vermögensverlust, Unterhalt etc. erzählen, als Kehrseite der Medaille einer "harmlosen" Beziehung. Dabei verrechnen sich die Herren regelmäßig: ab einer gewissen Dauer erhöht jedes weitere Hinhaltejahr die Karatzahl: die Beschwichtigungsversuche kommen nicht mehr ohne Luxus aus und da werden Schlösser und Diamanten bemüht, nur um sich noch ein paar Monate vermeintlich ungezwungene Harmonie zu erkaufen. Wäre das Kalkül nicht so von Panik durchdrungen würden sie vielleicht sehen, dass es immer lohnender ist, sich FÜR etwas einzusetzen und ein Ziel selbst zu definieren (und zu erreichen), als das vermeintliche Ziel anderer mit allen Kräften zu vermeiden - also GEGEN den Lauf der Dinge zu arbeiten. Die extremen unter den Vermeidern bleiben meist früher oder später sehr zufällig an einer ebenfalls berechnenden Frau hängen, die sein Spiel durchschaut, sich nicht um fehlende Intensionen kümmert und ihn subtil von hinten durch die Brust in's Auge festnagelt. Kurz: die größte Angst, bei einer eher zufällig ausgewählten Herzdame hängen zu bleiben, erfüllt sich in den meisten Fällen - der Fokus definiert das Ziel und ein Vermeidungsfokus geht nach hinten los.