Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Was willst du werden, wenn du groß bist?
Was wünschst du dir vom Leben?
Was erwartest du von deiner Zukunft?
Facetten der gleichen Grundfrage, oft genug habe ich folgende Antwort erhalten:
"Ich will glücklich sein."
Ja - und?? Wie willst du dahin kommen?
Nicht selten stellt sich in (meist recht fruchtlosen) Diskussionen heraus, dass viele Menschen nicht wissen, was sie glücklich macht. Sie wollen "halt irgendwie glücklich" sein, haben aber keinen Plan bzw. keine Ahnung, was sie selbst dazu beisteuern können. Typisch für diese Nichtwisser ist, dass sie erwarten, dass das Leben sie von außen zu ihrem Glück trägt, dass ihnen Situationen begegnen, die sie zwar selbst nicht herbeigeführt haben, in denen ihnen aber ganz klar ist, dass hier das große Glück liegt.
Zwei Typen lassen sich grundsätzlich unterscheiden: Diejenigen, die ein, und zwar in Zahlen: 1 (und nur dieses eine!) klares Ziel vor Augen haben, dass entweder ihr persönliches Glück garantiert oder sie für immer im Unglück darben lässt. Wer ledige Frauen mit Kinderwunsch zwischen 30 und 45 kennt, hat schon mal die umfassende Panik in ihren Augen flackern sehen - schließlich gibt es keinen Plan B, nur dieses eine, allzu angestrengt verfolgte Ziel.
Der gegenläufige Charakter fällt durch völlige Passivität auf: Beneidet werden alle anderen, denen das Leben ihr Glück in den Schoß geworfen hat, was ihnen selbst ja nie vergönnt war. Immerhin ist dieser Menschenschlag gelegentlich recht zufrieden, weil wenig Nachdenken mit der mangelnden Zielstrebigkeit einher geht und so mangels Grübelei auch kein Unglück empfunden wird.
Warum nur fällt es vielen Leuten so schwer, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein?
Sich mal in einer schlaflosen Nacht hinzusetzen und zu überlegen: Was mag ich? Wovon will ich mehr? Wovon weniger?
Auch Zufälle, Ausprobieren, gelegentliche Orientierungslosigkeit und (unbedingt!) Verirrungen gehören dazu, aber als Belohnung winkt der ultimative Jackpot der Happyness: Zufriedenheit und viele glückliche Momente.
Wer also in der nächsten Vollmondnacht nicht schlafen kann oder bei hartnäckigem Novembernebel melancholisch und nachdenklich wird, der kann ein wenig Gehirnzellen-Patience legen und versuchen, die passenden Auslöser zu finden für die Fragen nach "Was tut mir gut?", "Was zieht mich runter?" und "Was will ich erreichen / erleben / bezwingen / ...?"
Die Antworten können banal sein (Schokopudding bei schlechtem Wetter, gute Bücher, Yoga) oder abstrakt (Unabhängigkeit, Spiritualität, Sicherheit), von mir aus auch materiell (Geldsummen, Automarken, Nobelurlaube), aber in allen Fällen gilt: wer seine eigenen Vorlieben kennt, hat beim allgemeinen Streben nach Glück immer die Nasenspitze vorn!