Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Die meisten halten partygierige Hupfdohlen ja leichthin für oberflächlich. Dabei wird durch die Bank ignoriert, dass ein Doppelleben als berufstätige Hausfrau einfach zu wenig Zeit lässt, um regelmäßig in die Tiefe zu gehen!
Zeitmangel ist ja etwas, was die meisten kennen. Also, abgesehen von den vereinzelten Fällen, in denen sich Leute schnell langweilen, nicht wissen was sie im Urlaub tun sollen, ohne Fernseher eingehen wie übergossene Kakteen und außer ihrem Job und notwendiger Fachliteratur geschriebene Texte für völlig belanglos halten.
Die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung (und noch schlimmer: notorisch zeitknappe Rentner) jedoch kennt das Problem, dass 24-Stunden-Tage einfach zu kurz sind. Sozusagen völlig am User vorbei konzipiert! Kurz: viele stimmen darin überein, dass Zeit überaus wertvoll und kostbar ist, umso mehr, als sie nicht austauschbar ist. Wo sich die Marktwirtschaft ihre Euroscheine hin und her schiebt ("Ich geb dir 10, gibst du mir 2x5?!" -> "Nee, gibst du mir 10, geb ich dir Schuldschein, bin ich Griechenland!"), ist das mit der Zeit nicht so leicht. Zeitarbeitsansparkonten hin oder her, es stößt dann doch an Grenzen, wenn jemand meint, er braucht nur schlappe 45 Jahre die Zähne zusammenzubeißen, um dann die Früchte zu ernten und sich entspannt zurückzulehnen.
Erstens hat so jemand längst verlernt, wie man sich entspannt zurücklehnt. Und zweitens kann auch ein rüstiger Rentner mit 65 nicht mehr so easy in der Backpacker-Unterkunft mit Sitzkissen und Kaltwasserdusche seinen Lebenstraum von Coolness und Unabhängigkeit und der ganz großen Reise verwirklichen.
Ob große Träume oder kleine Ruhemomente, die Zeit dafür ist meistens viel zu knapp bemessen.
Manchmal lässt sich Zeit mit Geld substituieren (Putzfrau = Freizeitgewinn, Auto statt Spaziergang zum Supermarkt) und manchmal muss man einfach am Ball bleiben, ranklotzen und später feiern. Zu wissen, welches Ziel man erreichen will und langfristig darauf hinarbeiten, soll ja gar nicht abgeschafft werden.
Aber ab und zu innehalten und sich Zeit nehmen darf nicht völlig untergehen. Denn der Hauptteil des Lebens spielt jetzt. Und hier.