Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Zweifel - Segen und Fluch zugleich, wie so vieles im Leben.
Ich bin, zugegebenermaßen, ein großer Freund des Zweifelns. Denn: wer zweifelt, sucht. Wer sucht, erweitert seinen Horizont - geht über Bestehendes hinaus, entdeckt Neues, entdeckt Anderes. Wer neugierig ist und bleibt, erhält sich das Leben, das Feuer.
Dennoch muss mit Vorsicht an den Zweifel herangegangen werden: er ist wie Fortuna, launisch und unberechenbar. Er ist nicht parteiisch, kann gut und schlecht sein. Es gilt also, sich genauer zu orientieren: welche Zweifel führen zu Entwicklungen und welche führen zu Blockaden? Skepsis ist oft angebracht, darf aber das Grundvertrauen nicht erschüttern. Zweifel an eingespielten Bahnen dürfen berechtigt sein, Zweifel am Grund-Selbst sollten zweifelnd betrachtet werden.
Auch Gewissheiten sind gut, verankern und erden, machen Neu-Entwicklungen aus einer festen Basis heraus möglich. Instinkte bedürfen weniger Skepsis als vermeintlich rationales Wissen.
Perpektiven können sich ändern, Situationen bedürfen Wandlungsfähigkeit - aber die Grundfesten müssen nicht abgebrannt werden, schließlich ist die Vermischung von Altem und Neuem die beständigere Wandlung (im Gegensatz zu -scheinbarer- Komplett-Rundum-Erneuerung).
Man darf also auch zweifeln am Zweifeln - nur nicht: ver-zweifeln!