Wenn das Ende einer Geschichte immer auch der Anfang von etwas Neuem ist, sollte man ab einer gewissen Lebenserfahrung eigentlich in der Lage sein, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Warum also bricht für die meisten Frauen dennoch ihre Welt vorübergehend auseinander? Vielleicht, weil das Ende einer Beziehung selten ohne große Diskussionen vonstatten geht. Also wird diskutiert und geheult und analysiert und getobt und gekränkt - als ob es so wichtig wäre, dem anderen unbedingt mitzuteilen, warum es nicht gereicht hat. Nur: warum sollte man sich das anhören? Da finde ich das Ende einer Affäre viel besser: es hört einfach auf. Keine Grundsatzdebatten, keine Rechtfertigungen, keine endlosen Auseinandersetzungen über die Wertigkeit der Gefühle, der Person oder der Beziehung. Klar, auch beim Schluss der Affäre fällt auf einmal körperliche Nähe weg, es kann vielleicht auch am Ego kratzen (wenn man auf der "falschen Seite" der Aktions-Reaktions-Kette steht), aber dann kann man einmal tief durchatmen und sich wieder in's Leben stürzen, das ja sowieso nie aufgegeben wurde. Ich glaube, die Frage, warum man aufhört sich zu treffen, ist genau so sinnlos wie die Frage, warum man etwas gemeinsam unternimmt - da ist jede Erklärung überflüssig, wenn nicht gar unerwünscht.