Oft heißt es ja bei "der großen Liebe", dass Menschen ihre ideale Ergänzung im Partner gefunden haben. Oder jemanden, bei dem alles (Wesentliche) perfekt passt. Ich muss ehrlich sagen, dass habe ich bisher nur einmal ansatzweise erlebt - und da wurde noch nicht mal was Richtiges draus. Viel häufiger ist doch der Fall, dass man jemanden kennen lernt, mit dem die Chemie stimmt, die Spannung steigt und der Unterhaltungsfaktor hoch ist. Und je mehr man sich dann kennen lernt, umso mehr fokussiert man sich (bei positiver Entwicklung) auf die tatsächlichen oder vermeintlichen Gemeinsamkeiten und blendet gleichzeitig die Unterschiede aus. Denn, mal ehrlich: den einen und einzigen Menschen auf der Welt, der die ideale Ergänzung bis an's Lebensende darstellt, gibt es nicht - sonst müssten wir bei der aktuellen Weltbevölkerung auch so lange suchen, dass es kaum Erfolgsstories gäbe. Es ist vielmehr das Zusammenspiel von Zufall, Zeitpunkt, Optimismus und Spiel mit dem Feuer. Und wenn es funkt, schlägt oftmals eine Nebensächlichkeit ein wie eine Bombe: das kann der Geruch sein, der erste Sex, eine Umarmung, eigentlich irgendein beliebiger Augenblick - und schon verklärt sich der Blick. Und wer eben noch am Rande des Beuteschemas als nette Unterhaltung galt, rückt plötzlich in's Zentrum des Interesses. Und eben dieses würde genauso schnell wieder nachlassen, wenn beim Katz-und-Maus-Spiel nicht der Unsicherheitsfaktor regieren würde: Wie geht es weiter? Hat es beim anderen auch Zoom gemacht? Eigentlich erstaunlich, dass man zum Ende einer Beziehung oder auch einer Affäre in so tiefe Enttäuschung fallen kann, obwohl es doch jedesmal wieder im Prinzip nach den gleichen Regeln abläuft - ergo auch in der Zukunft noch viele spannende Begegnungen und Schmetterlinge warten. Also lautet die Devise: zurücklehnen und entspannen, das Leben ist bunt!