Komischer Monat: das Wetter, die Männer, das Training, das Leben? alles durchwachsen, nichts festgelegt, ständig im Umbruch und während Sonne und Regen sich kaum noch abwechseln, sondern von Sturmböen in ein Gleichzeitig geschubst werden, fegt dieser Monat mehr und mehr an mir vorbei. Jetzt hat auch noch mein Körper Stop geschrien und Zwangspause verordnet (kein Training, kaum Energie, und nächste Woche im Büro wird sich jede verlorene Stunde rächen), hoffentlich bin ich wenigstens morgen zum Konzert wieder hergestellt.
Aber das nur am Rande.
Mein Freundeskreis unterstellt mir immer wieder, dass ich zu deutliche Vorstellungen vom richtigen Partner hätte und hierdurch zu wenig offen und zu wenig anpassungsfähig bin für die tatsächlich auftauchenden Herren. Was blanker Unsinn ist, das Gegenteil ist nur zu wahr: mit wem auch immer sich ein Flirt ergibt, plötzlich sind genau seine positiven Eigenschaften erstrebenswert und seine Schwächen tolerabel. Bis der Wind dreht, es mich zu einem anderen Typus verschlägt und genau das gleiche passert: seine Vorzüge sind auf einmal viel besser als die von der letzten Enttäuschung und es würde bestimmt auf Dauer super passen. Und wenn es schief geht: ist rückblickend kristallklar, warum es sowieso nie gut gehen konnte, perfekte Welt, nochmal davon gekommen.
Langsam kriege ich Angst, dass ich nur zufällig irgendwo lande, ohne Eigenauswahl... Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm, denn die wenigen, die mich überhaupt weit genug interessieren, um oben beschriebenes Verhaltensschema auszulösen, sind sämtlich richtig gut, sozusagen eine elitäre Auswahl aus der Masse an Testosteron, das so durch die Gegend wabert. Die Vorauswahl ist also entscheidend, auch wenn danach eine große Portion Zufall, Timing, Chemie dazu kommt.