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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Das Leben, die Nullen und überhaupt

Eine Null macht den kleinen Unterschied...

Heute eine weitere schöne MTB-Tour ausprobiert, Traumwetter dazu und trotz abgewehrter Erkältung (noch ein wenig kraftlos) ging es ganz gut. Allerdings hatte ich mir den Ausflug etwas anders vorgestellt: lt. "Langschläfer-MTB-Touren"-Buch hatte die heutige Strecke nur 45 Höhenmeter. Mir kam die krumme Zahl gleich irgendwie komisch vor, aber nachdem die letzten beiden Routen aus dem Buch hervorragend beschrieben waren, vertraute ich blind. Nur, um nach 1,5 Stunden von einem unterwegs getroffenen Radfahrer bestätigt zu bekommen, was ich keuchend ahnte: da fehlt eine Null. Die Strecke hat locker 450 Höhenmeter und ich habe jetzt ordentlich Muskelkater. Auch die Aussage, der "einzige" (von zweien) deutliche Anstieg wäre nicht lang, war offenbar von einem übertrainierten Fahrradfreak verfasst worden; na danke auch.

Ansonsten gelang im 3. Anlauf mit mutmachenden Selbstgesprächen und einem starren Blick geradeaus sogar das 2m-Trial-Stück und die Verwirrung der umstehenden Radler ließ ich möglichst schnell hinter mir. Andere sind schließlich auch Freaks: Ein gutgebauter Jüngling (Mann unter 40) in royalblauem Stretch-Trikot mit ovalen Aussparungen auf Höhe der Bauchmuskeln und Zwirbelschnurr- + Kinnbart (Ludwig II in Re-Inkarnation)  wies freundlich und aufgeschlossen den Weg, ich doofe, schüchterne Nuss habe prompt kein Foto von ihm gemacht, zu schade - aber äußerst erheiternd.

Ansonsten steht alles auf Null: null Männer, null Anbahnungen mit Männern und der einzige online-Versuch weit und breit will erst wissen, ob meine Handy-Nr. auch zum richtigen (kostenlosen) Netz gehört, bevor er sie wählt.

Da Dauer-Frust angesichts dieser Ödnis nicht befriedigend ist, kam mir eine glorreiche Idee: Solange Männer, Freunde, Action und überhaupt sich nahe Null bewegen, nutze ich die Zeit für all das, was ich schon viel zu lange nie geschafft habe. Ich schreibe eine Liste! Mit all den Sachen, die immer untergingen: Aufstieg auf den ältesten Kirchturm der Stadt mit Überblick über die Altstadt. Besuch von umliegenden Schlössern. Jedes freie Wochenende eine MTB-Tour. Kinofilme, die ich verpasst habe oder zu verpassen drohe. Ausstellungen moderner Kunst. Bummeln durch verschiedene Stadtviertel. Und irgendwann hoffentlich auch wieder Boogie-Kurse, Theaterabende und andere schöne Dinge, die jetzt leider in der Sommerpause verschwinden.

Und wenn das alles nicht hilft, stopfe ich mir zur nächsten Wiesn-Saison kiloweise Tempo-Packungen in den Push-Up und stürze mich in's Gewühl!

Sobald der Muskelkater weg ist...

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