Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Vorhin im Weinzelt: ungewöhnliche Band, aber gutes Liedgut - zumindest für mich bekennende Schlagertante. Bei "Du wolltest dir bloß den Abend vertreiben..." wurde ich prompt sentimental. Vor 2 Jahren, als ich langsam den Kopf wieder über Wasser hob und hinaus in die Welt zog, trafen einige glorreiche Partyereignisse zusammen, dazu ein paar Begegnungen, bei denen vielversprechende Funken sprühten. Und alles war leicht, angeregt, aufgeregt und ich war so unglaublich erleichtert, glücklicher Single zu sein. Sehnsüchte kamen erst wieder ganz neu an die Oberfläche und alles schien möglich. Daran hat sich im Prinzip nichts geändert, aber die Sehnsüchte sind geblieben - wahrscheinlich steckt darin die ganze Krux in meinen Männer-Katastrophen-Geschichten: zu viel Sehnsucht. Kaum passe ich einmal beim Blinzeln nicht auf, schon hänge ich mittendrin - zu viel Hingabe, zu viel Anpassungsfähigkeit und gleichzeitig jede Menge Stolz und der Versuch von Vorsicht.
Wie schaffen andere das - ohne diese Sehnsucht zu leben? Nichts wollen, nichts brauchen, nichts, was die Ruhe stört. Wenn ich das bis jetzt nicht heraus gefunden habe, kann ich mich dann gleich bei den hoffnungslosen Fällen einordnen und die nächsten Jahrzehnte Chaos-Stories einfach hinnehmen? Oder soll ich es mit Meditation, Enthaltsamkeit und vegetarischem Essen versuchen? Gibt es eigentlich Altersgrenzen im Kloster??