Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Wer in seiner Jugend, auch bekannt als persönliche "Sturm-und Drangphase", ausreichend gefeiert hat, kann seine Partyerfahrung später gezielt einsetzen. Da waren die nächtlichen Heimfahrten vom sagenumwobenen "Wäldchestag", bei denen man die Mutter zur letzten S-Bahn kurz vor oder nach Mitternacht am Bahnhof traf - und schlagartig halbwegs nüchtern oder wenigstens weniger angeschickert wirken musste. Dieses Jugendtraining bewährt sich ganz hervorragend, wenn man zur Stoßzeit in's Festzelt will - selbstredend ohne Reservierung oder andere Anfahrhilfen. Also: auf zu einem wenig frequentierten Nebeneingang, dabei hübsch, lächelnd und nicht-betrunken wirken und dem freundlichen Security-Türsteher erklären: "Ich wollte sooo gern in's Warme *klimper*klimper*..." - mit viel Charme und Hoffnung in der Stimme. Zu meiner Verstärkung kam in genau diesem Moment ein Küchenarbeiter von der Raucherpause zurück, packte mich lächelnd am Handgelenk und zog mich unter dem Gelächter der Security in's Innere (wo er sich sofort Richtung Küche aufmachte und mich dem wogenden Fest überließ).
Mit dieser Vorlage kamen in kurzer Zeit auch die anderen unserer Gruppe rein, jeder mit eigener Strategie: die nie (!) ordentlich eingeschenkte Mass nachschenken lassen (und sich keinesfalls zur Außenschänke abwimmeln lassen!) ist vor allem für Männer eine gute Masche, während Freundin K den Vogel abschoss und den Zeltchef becircte (der natürlich chancenlos war).
Die Wartezeit wurde mir von vorbeikommenden Tänzern versüßt - beide charmant, indem sie die Dame zum Tanz sachte einladen und nicht einfach packen und mitschleifen, geht doch!
Alles in Allem wurde aus einem mühsamen Anlauf ein wunderbarer Fest-Abend mit dem schwer greifbaren, aber umso schöneren Wiesn-Zauber.
Kleine Randerscheinung:
Im Verlauf von 2 Mass Bier bin ich berechenbar unberechenbar und kann meinen Kommunikationsdrang nur schwer bremsen - vor allem, wenn ich von guten Freunden auch noch angestachelt werde. Immerhin bin ich dann vernünftig genug, nicht an's Telefon zu gehen, wenn der Guide ergründen will, was ich jetzt schon wieder mit meiner Nachricht meinte...