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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Fettflecken und anstandsfreie Kommunikation

Manche Menschen kennen kein Pardon. Gar keins. Auch nach Jahren nicht.

Aber zum Anfang: vor 1,5 Jahren setzte ich mir in den Kopf: ich will Boogie tanzen. Und wenn ich etwas will, dann mache ich das so schnell wie möglich. Dummerweise reicht bei den meisten Gesellschaftstänzen nicht aus, es alleine zu wollen, da kommt regelmäßig die Frage nach dem passenden Tanzsportgerät auf und schon ist frau mitten in der öden Männersuche, ob sie will oder nicht.

Und so surfte ich quer durch das dünne Angebot von tanzpartner.de, nur um einen gar nicht dünnen Mittfuffziger aufzutun, der vor meinem geistigen Auge ungefähr so aussah wie ein ehemaliger Nachbar gleichen Alters - also schlank, sportlich, gepflegt, umwerfend charmant (auf eine old-school-Art) und tänzerisch ein wahrer Gott. So weit die Theorie... Die Praxis führte dazu, dass ich im Tanzröckchen mit schulterfreiem Top und Tanzschühchen aufgehübscht zur verabredeten Location kam und dort einen schmerbäuchigen Urbayern vorfand, der sich ab der ersten Minute für sich selbst entschuldigte (für sein Gewicht, sein Alter, ...), dabei jedoch völlig in Ordnung fand, dass seine Erscheinung ungewöhnlich bunt war. Trotz schummriger Beleuchtung meine ich, auf seinem Hemdsärmel einen Blutfleck ausgemacht zu haben, auf der Vorderseite waren eindeutig Eigelbbröckchen und auf sonstigen Stellen von Hemd, Hosenträgern und Hose fanden sich weitere Vorratsreste. Kurz: es war nicht ganz das, was sich eine noch-junge Frau von einem ersten Treffen erwartet.

Dies waren dann auch die wesentlichen Beweggründe, die das Treffen einmalig werden ließen. Die Nachfrage nach engeren Tänzen an weiteren Abenden lehnte ich zunächst zurückhaltend-höflich, später dann recht deutlich ab.

Der Schmerbauch ließ jedoch nicht locker: wenige Monate später fragte er per SMS an, ob er meine Tel-Nummer an einen Freund weitergeben dürfte. Ich lehnte ab, ich lasse mich nicht gern weiter reichen.

Es folgten noch vereinzelte Anfragen oder Grüße, ich löschte jedoch die Nummer, sämtliche erhaltene Nachrichten und hielt das Thema für erledigt.

Zumindest, bis ich vor einigen Tagen folgende Anfrage erhielt: "Hallo ich bin vom Alter und vom Typ her nicht dein Typ, aber ich war mal super Tänzer und will mit dir tanzen"

Soweit, so ignoriert. Aber dann: "und vielleicht machst du es für Geld oder Sachleistungen - ich bin Kfz-Mechaniker und Händler"

Mooooment mal:

Da will sich einer meine Gesellschaft ER-KAU-FEN?! Spinnt der?? Sehe ich aus wie ein Tanzflittchen mit einem "Miet-mich"-Schild um den Hals??

Mir ist egal, ob jemand keine Ideal-Maße hat. Völlig nebensächlich, ob jemand 20 Jahre jünger oder 30 älter ist.

Aber es gibt eine deutliche Schmerzgrenze, die gerade weit, sehr weit überschritten wurde.

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T
Oh, man(n) Du Arme. Ähnlich ist es mir auch einmal ergangen. Witzgerweise ging es dabei auch um ein Boogie-Art (Lindy Hop-Tanzkurs). Vielleicht liegt es an der Tanzart? Ich hab jedenfalls den Tip<br /> bekommen, ein "Sportgerät" zuerst bei der Tanzschule zu erfragen. Oder schalte ne Chifree-Anzeige in Deiner Tageszeitung oder Stadtmagazin. Das Internet hat mich da schon zweimal enttäuscht. Liebe<br /> Grüsse von der Tina.
Antworten
B
<br /> <br /> Danke für die Tips! Ich glaube, egal wie man es anpackt, ein wenig Durststrecke ist am Anfang immer dabei... Zumeist betrachte ich unmögliche Begegnungen eher schmunzelnd, aber die Ansage<br /> "Vielleicht machst du es für Geld" war mir dann doch zu viel des Guten, um meine Empörung zurück zu halten. Und, jetzt wo du es erwähnst: Himmel, ich sollte endlich mal wieder Lindy Hop weiter<br /> lernen!<br /> <br /> <br /> <br />
F
Oh mein Gott...
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