Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Es gibt tatsächlich Menschen, für die das Single-Leben immer nur zweite Wahl ist. Die bestenfalls (unter idealen Umständen) ein Dasein ohne Partner als "zufrieden" führen können, sich dies jedoch nicht in der Form "glücklich" vorstellen können. Und dabei nicht merken, welch hohes Gut die Zufriedenheit ist.
Habe ich lange daran gearbeitet? Hatte ich gute Vorbilder? Hatte ich Glück? Oder woher kommt diese unerschütterbare Überzeugung, dass das Leben genauso glücklich (und/oder zufrieden) verläuft, ob man nun in einer Beziehung steckt oder eben nicht. Die schönen Dinge, die schwierigen Dinge, das Einfache und das Komplizierte - es wird nicht in neuen Mengen, sondern nur mit anderen Schwerpunkten verteilt, wenn sich der Status zwischen Single und nicht-Single verschiebt. Lebenskunst ist, sich in der jeweiligen Situation so einzurichten, dass die Genussmomente gelebt werden, mit allen erforderlichen Kompromissen und allen damit einhergehenden Chancen.
Ein wenig unheimlich sind mir diejenigen, die Kompromisse in einer Beziehung als persönlichen Verzicht oder eine verlorene Schlacht ansehen, aber andererseits verzweifelt nach einem Partner rufen. Die stark auftreten, aber dabei eigentlich nur aggressiv aufgeschlossen auf der Suche sind. Deren lautstarkes Feiern kein reiner Selbstzweck, sondern oft auch Kompensationsversuche sind.
Einsamkeit ist mir nicht fremd, in Sachen Sehnsucht kann ich so was von mitreden und auch sonst bin ich für Paarfindungsversuche durchaus aufgeschlossen.
Aber es lässt sich nicht erzwingen. Man kann die Chancen erhöhen durch persönliche Einflussnahme, mann kann sich gelegentlich bei Freunden anlehnen und fluchen, wenn gerade zur rechten Zeit kein passender Zeitvertreib oder kein ersehnter Trost bereit steht. Vielleicht kann man sogar mit dem Schicksal hadern, wenn die persönliche Lebensplanung nicht wie geplant verläuft.
Aber dann verbringt man viel zu viel Zeit damit, das Leben an sich zu verfluchen und verpasst vielleicht jede Menge Gutes.