Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Es gibt unterschiedliche Führungsstile und verschiedene Arbeitskulturen - gibt es ein "besser als" oder nur ein "besser in dieser Situation"? Sind die Fähigsten vielleicht nicht die Besten?
Es gibt Menschen die glauben, der größte Fehler, den ein Manager begehen kann, ist: selbst machen. Wer nicht alles deligiert, hat als Manager versagt. Ein Manager muss Distanz zu den übrigen haben, er darf nicht Teil des Teams sein (Fehler: Anbiederung, Autoritätsverlust). Kurz: die gesamte Führungskultur beruht auf einem streng hierarchischen Ansatz und grenzt klar ab zwischen den Leuten für's Doing und dem steuernden Manager. Oder, wie ein Bekannter es ausdrückte: wer Dinge selbst macht, büßt die Fähigkeit des (überlegenen) Steuerns ein.
Es gibt jedoch auch die gegensätzliche Kultur:
Der Chef zeichnet sich nicht durch Distanz oder Aufgabenabgrenzung aus, sondern durch Kompetenz. Er ist derjenige, der den besten Überblick über alles hat, der aufgrund seiner fachlichen Eignung + Erfahrung in kniffligen Situationen die beste Lösung erkennt und durchsetzt. Er wirft das Gewicht der Positions-Autorität nur in den Ring, wenn es der Umgang mit entsprechend gepolten anderen Managern erfordert. Er führt nicht durch die Betonung der hierarchisch zugewiesenen Rolle, sondern durch Motivation, Anreize und überzeugenden Lösungen. Er schafft es, dass seine Mitarbeiter die Arbeitsziele als persönliche Ziele annehmen.
Der autoritäre Manager "Typ 1" steuert seine Mitarbeiter über Druck und Lehrbuchphrasen, die Mitarbeiter arbeiten GEGEN den Druck an. Der Manager "Typ 2" hat ein Team, das FÜR ihn durch's Feuer geht und mit vollem Einsatz FÜR ein Projekt arbeitet.
Ich kenne genug, die überzeugte "Typ 1"-Anhänger sind. Ich muss sogar zugeben, dass in manch speziellem Umfeld nur die autoritäre Masche hilft. (Was die Frage mit sich bringt, ob ein solches Umfeld und das reüssieren darin überhaupt erstrebenswert ist.)
Auf Dauer werden die Typ 1-Leute jedoch nie etwas Großes aufbauen, sondern sich in ihrer Karriere an Aufstiegsparameter und angelesene "Motivationssätze" klammern, nur um abends erschöpft in die einsame möblierte Pendler-Wohnung zu ziehen und heimlich all das nachzulesen, was tagsüber ihren Kompetenzbereich überschritten hat.