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Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.

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Typ 3

Fast wäre er untergegangen, kämpft er doch von Haus aus tragisch um's Überleben: der Typ 3 unter den Chefs. Aufgrund feindlicher Lebensbedingungen ist diese Gattung überwiegend in geschützten Wirtschaftsreservaten anzutreffen, die sich durch träge Entscheidungswege und eine sorgsam gepflegte Alterspyramide auszeichnet. Innerhalb der Alterspyramide tröpfeln von außen kommend wenige Junge rein, während die Alten im Lauf der Betriebszugehörigkeit immer weiter gefestigt werden und dabei, streng gestaffelt nach einer komplexen Berechnungsformel aus "Jahre Alter" + "Jahre Firma", in sauberen zeitlichen Abständen in Position und Gehalt sukzessive Fett ansetzen. Dieses an sich recht solide System hat nur einen Nachteil: Mitarbeiter werden völlig losgelöst von fachlicher Kompetenz oder persönlicher Führungseignung grundsätzlich nach einem angemessenen Zeitfenster befördert und bilden hierdurch die Typ 3-Schicht.

Ihnen fehlt (wie Volker in seinen Kommentaren treffend feststellte) der Machthunger und die Autorität des Typ 1 genauso wie die Souveränität des Typ 2. Der Typ 3 steuert seine Mitarbeiter über seit Jahrzehnten existierende Firmengrundregeln und vertraut auf das Ausbildungssystem, das ihm mit formalen Laufzetteln, Richtlinien und Schulungen die persönliche Förderung seiner Leute abnimmt. Aus diesem Grundvertrauen ("die werden schon wissen, was sie tun sollen, mehr oder weniger") heraus bleibt seine Personalführung im Hintergrund auf ewig verborgen, was zu einem entspannten Arbeitsumfeld mit ruhigen Arbeitszeiten führt. Gerät der Typ 3 unter Druck, versucht er sich spontan in Typ 1-Auftreten, was jedoch selten die innewohnende Panik und Hilflosigkeit überdecken kann.

Insgesamt ist der Typ 3-Chef jedoch ein sympathischer Zeitgenosse, der sich hervorragend unterschwellig unterstützen und von seinen Mitarbeitern steuern lässt. Solange man ihn nicht unter Druck setzt, indem man Durchsetzungsfähigkeit von ihm verlangt, lässt es sich im Allgemeinen gut und lange mit ihm auskommen.

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V
<br /> 100 Punkte, treffender hätte man (frau) es nicht beschreiben können. Danke!<br /> Den Kaffee (den ich gerade in der Hand habe) trinke ich auf dich. *autsch, heiß*<br /> LG Volker<br /> <br /> <br />
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B
<br /> <br /> Ich hoffe, die Verbrennung ist inzwischen abgeheilt ;-) Prost!<br /> <br /> <br /> <br />