Wer bei auftretenden Problemen nicht nach Lösungen sucht, sondern nach dem gefundenen Fressen eines gefundenen Grundes, um eigene Machtspielchen-Aktionen zu unterfüttern, ist nicht am akuten Thema interessiert, sondern nur an sich selbst.
Die Mutter einer Freundin gab ihr mit auf den Lebensweg: "Hüte dich vor Kleinen, Rothaarigen und Buckligen!" Da ich früher zunächst überhaupt keine Akzeptanzprobleme mit kleinen Männern hatte, hatte ich das zunächst nicht verstanden. Tarnen sich die Kleinen doch gern mit antrainiertem Witz & Humor und entwickeln häufig einen besonderen Ehrgeiz, sich im Leben zu behaupten - was nicht schlecht sein muss. Allerdings führt bei den meisten von ihnen jede persönliche Schwäche, sei es fachliche Inkompetenz oder mangelnde Social Skills, allzu leicht zu Angstbeißerei: Bei Konfrontationen gilt dann, je kleiner der Mann, umso mehr agiert er von oben herab und setzt alles daran, seine Kontrahenten zu degradieren. Das Ziel ist ganz klar: der Störfaktor muss unbedingt kleiner werden, noch kleiner als der kleine Mann.
Zum Glück trifft dieses Verhaltensmuster nicht auf alle unter 180cm zu, aber allzu häufig (in 80% der Fälle?) entpuppen sich die weniger Großen als doppelbödige Intriganten.
Erfreulicherweise halten mich einige deutlich positive Beispiele im Freundes- und Bekanntenkreis davon ab, die Mutter-Warnung allzu pauschal auszurollen, aber es schadet auch nichts, sich gerade im weniger privaten Leben keinen Illusionen hinzugeben, denn da gilt: je kleiner der Machtinhaber, desto weniger Fair Play.