Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Jaja... nicht abheben, aber Hauptsache der Adventskranz in der Business Class hängt gerade!
Es stürmt, es schneit und der letzte Flug vor Betriebsschluss am Abend ist nicht die beste Idee gewesen. LH zu fliegen auch nicht. Obwohl man dem Bodenpersonal zugute halten muss, dass sie mit Reklamationen stilvoller umgehen als die Konkurrenz von AirBerlin, aber das ist eine andere Geschichte.
Für heute gilt: Warten am Flughafen ist nichts als totgeschlagene Zeit. Dabei könnte ich so viel Sinnvolles tun: Nägel feilen, Füße eincremen, Wäsche aufhängen, Essen kochen… aber nein: ich sitze am Flughafen. Erst vor dem Check-In-Schalter, der seit 30 min. ein „Welcome“-Schild für meinen Flug auf dem Bildschirm hat, jedoch keinen LH-Mitarbeiter weit und breit aufbietet. Dann hinter der Sicherheitssperre, wo es weder Hotspot noch Netz noch Strom gibt. Und dann gilt bei Kurzstrecken der Kraniche zu 90%: warten auf den Bus. Ich habe zwar keinen Busfahrschein, sondern ein Flugticket gekauft, aber der letzte verblassende Glamour der aufregenden Flugreise wird zunichte gemacht mit der Durchsage: „Ein Bus wird Sie zu Ihrem Flugzeug bringen“ – zu dumm, dass beim Boarding keine Nahverkehrstickets akzeptiert werden, sonst könnte ich meine Reisekosten erheblich senken.
Aber bis es so weit ist, ziehen noch einige Stunden und tanzende Schneeflocken in's Land. Um mich herum hebt ein Flieger nach dem nächsten ab, ich schiele sehnsüchtig auf das Gate nebenan, an dem pünktlich eine halbleere Maschine abgefertigt wird, die genau mein Ziel vor der Nase hat. A propos Nase: der Kerosingeruch, der durch die Wartehalle schwebt, ist vom Feinsten. Schließlich sind Kraftstoffe heutzutage so teuer, dass es bereits Parfums namens "Fuel" gibt, wie treffend.
Was war noch mal das Tolle an den Flugverbindungen? Ach ja, dass man schnell und elegant von A nach B und von B nach M kommt. Das lasse ich jetzt mantra-artig in meinem Kopf wiederhallen, während ich zerknittert und müde Raum und Zeit überwinde und 6 Stunden später die Tür aufschließe: Home, sweet Home!