Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Was für ein Saisonauftakt! 1. Tag, 2. Tag, 3. Tag und jeder Tag war noch besser als der vorherige. Es begann mit einem der besten Freunde, die man sich wünschen kann und wie es der Zufall wollte, saßen wir zum Sonnenuntergang im hohen Karrussell, ein Traum. Nüchtern und beschwingt ging der Abend aus, so dass am zweiten Tag die ruhige Couch gegen die Aussicht auf vielleicht-mal-beim-Umzug-gucken spontan verlor. Es folgte vielleicht-mal-drüber-schlendern, anschließend kam noch vielleicht-ist-das-Zelt-ja-offen und dann schlug auch schon die erste Mass Bier langsam an. Was uns endlich zum Thema bringt: Mir ist durchaus bewusst, dass ich leicht beschwippst zwar irgendwie mitreißend sein kann, aber auch ziemlich viel Blödsinn rede. Empirisch belegt ist zudem, dass im Gespräch mit Männern das Gesagte spürbar blödsinniger ist als Frauen-Unterhaltungen. Ehe ich mich aber für belangloses Zeug schäme, dass ich vor mich hinplappere, stelle ich fest, dass die Männer noch ordentlich einen drauf setzen.
Kandidat 1 säuselte und lallte glückselig über zukünftige Vaterfreuden und den zum Greifen-nahen Sinn des Lebens.
Kandidat 3 gab sich wahlweise als "Schnucki" oder "Uschi" aus und gab mit seinen sportlichen Leistungen an.
Kandidat 2 gab mit seiner vermeintlichen Potenz an. Ja, tatsächlich. Und ich dachte, sowas gäbe es nur in Comics, Til-Sch*eiger-Filmen oder Hollywood-Kommödien, aber nein: manche Männer meinen doch tatsächlich, sie könnten Punkte sammeln, indem sie dem Flirt-Objekt ausführlich darlegen, wie viele beglückende Momente sie nach einer geraden oder ungeraden Anzahl an geleerten Bierkrügen noch hinkriegen.
Kandidat 2-einhalb gab sich als Freund von Kandidat 2 aus. Und musste mir unbedingt anvertrauen, dass sich Kandidat 2 "hinten-zentral" rasiert (seine Wortwahl war übrigens etwas derber). Was ich nicht wirklich wissen wollte. Und überhaupt: wer sowas über einen Freund erzählt - darf man den noch "Freund" nennen?
Ansonsten bleibt festzustellen, dass ich zwar immer noch jede Nacht von Unmöglichem träume, aber in den Wach-Phasen deutliche Fortschritte mache, was den Genuss des täglichen Lebens angeht.
Der weitere Verlauf der Wiesn-Zeit bleibt spannend, auch wenn ich bereits jetzt dazu tendiere, das Fest als solches nicht weiter herausfordern zu wollen. Wie soll denn auch ein Schwulentisch (mit einigen versteckten Heteros dazwischen) in weltbester Feierstimmung noch zu toppen sein...?