Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Es gibt Tage, da fragt man sich allen Ernstes, wie die Welt überhaupt noch funktionieren kann. Überall Stümper da draußen!
Das Finanzamt hat per Institution immer Recht, auch wenn es sich nicht gerade vorbildlich verhält - den Streit austragen darf der "mündige Bürger", im Zweifel unter Zuhilfenahme von minutenweise bezahlten Steuerberatern, die aber auch nicht alles goldrichtig machen müssen.
Dann natürlich: die gute alte Bundespost, neudeutsch "DHL": stellt Packstationen auf und schafft die Postämter ab, damit alles besser wird. Seit zwei Nachrichten: "Ihre Sendung liegt in der Packstation..." und mehreren Tagen zeigt das Display der Paketausgabe: "Diese Packstation steht zur Zeit nicht zur Verfügung. Wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen." Hm... nach mehrfacher erfolgloser Anfahrt enterte ich kurzentschlossen die dazugehörige Postbank-Filiale und frage nach: wann denn die Station wieder funktionieren soll? Oh, das weiß keiner... aber alle Pakete sind ausgeräumt und liegen in der Filiale. Ach, das sollte man dran schreiben?? Ist ja auch egal, es beginnt die Suche nach meinem Paket. Wie die zehn kleinen Negerlein (nur viel weniger und gelb-blau behemdet) verschwinden die Angestellten im Lagerraum, erfolglose Ratlosigkeit ist das Ergebnis. Aber: an der Packstation wäre ein Knopf, den soll ich drücken, dann werde ich mit der Störungsstelle verbunden. Den Knopf gibt es nicht (wegrationalisiert?), aber da ist ja noch die Service-Tel-Nr. Eine kostenlose Rufnummer mit großflächig besetzem Callcenter muss man sich erst mal leisten können, wenn jeder Anruf 55 min. und 5 Mitarbeiter (+ gema-freie Warteschleifenmusik) dauert. Es ging verschnörkelt und langsam voran, das Ende: erfolglos, ein Suchauftrag wird eingerichtet.
Im Baumarkt ging es ähnlich weiter, Pontius am Info-Stand schickt mich zu Pilatus am Zuschnitt, Pilatus schneidet aber keine Metallleiste und verzichtet großzügig darauf, das den anderen Mitarbeitern auch mitzuteilen. Warum ich mich jedes mal artig anstelle, um nicht geholfen zu werden, weiß der Himmel.
Die nächste Station empfing mich schon auf dem Parkplatz mit der heutigen SUV-Kultur. Ich habe dazu eine nicht-zeitgemäße, aber klare Meinung: Wer mit seinem fetten Auto nicht umgehen kann, sollte sich keins zulegen. Und wann kommt endlich die ISO-DIN-9000Odyssee-im-Weltraum-Norm, die allen Supermärkten einen zuverlässig auffindbaren Pfandflaschencontainer in immergleicher Location (bspw. immer hinten rechts in der Ecke oder immer Nord-Nord-Ost) vorschreibt??
Der Tag verlief zwischen Regenwolken und dem Versuch, ein funktionierendes, freundliches Mitglied der Gesellschaft zu sein und TROTZDEM ein paar Vorhaben und Einkäufe zu erledigen, in dem oben geschilderten, wohl-vertrauten Schema weiter. Irgendwann gab ich auf und beschloss, dass mein Sofa weniger Frustpotenzial bietet und für heute der einzig anzustrebende Ort sein soll.
Zum Glück raffte ich mich am Abend dann doch noch zum Sport auf und so wendete sich alles zu einem Lächeln: im Pool erfreulich gebaute Triathleten (naja, zumindest einer), die kraftvoll ihre Bahnen ziehen - freudig in's Kielwasser werfen und hinterherpaddeln ist schon mal ein guter Anfang. Und dann taucht auch noch der freundliche Schwimmer auf, mit dem ich vor einiger Zeit gelegentlich trainierte. Kurz darauf hingen wir zwischen den Saunagängen in bequemen Liegestühlen entspannt unseren Gedanken nach, unterhielten uns angeregt und zum Schluss ergab sich sogar die Aussicht auf gemeinsames Skivergnügen - siehste Welt, geht doch