Jeden Tag oder jede Woche: semi-philosiphische Erkenntnisse über das Leben, die Liebe und die Party.
Der Tag gestern ging richtig gut los: Zunächst fiel mir aus heiterem Himmel auf, dass ich nach 125 unruhigen Nächten endlich tief und fest durchgeschlafen hatte, und das bereits zum 4. mal in Folge - was für eine Erleichterung, was für eine Energie! Ich glaube, hierzu darf ich dem "politischen Einfluss" aus Karlsruhe danken, was so ein wenig Nähe zur Basis doch bewirken kann...
Dann raffte ich mich mal wieder auf zu einer kleinen Joggingrunde und lief dem Sonnenaufgang entgegen, bei mildem Herbstwetter und rosarotem Himmel: gut für die Seele! Später am Tag merkte ich, dass der beschleunigte Herzschlag in der Nähe des Hoheitsgebietes des Königs der Probleme (also in seiner Wohngegend) der Vergangenheit angehört. Der Fluch ist vielleicht noch nicht gebannt, der Zauber jedoch bereits gebrochen, endlich.
Und dann, am Abend, die größte Überraschung: Zunächst war da die Suche nach dem Bibliotheksausweis. Der Klassiker: die Büchertasche umdrehen, ausschütteln, im ersten Seitenfach wühlen, zweites Seitenfach aufmachen, suchend tasten. Und da fällt mir, völlig unerwartet, mein Verlobungsring in die Finger. Nicht das Herzensstück (wo das ist, weiß ich genau, also hier in der Schublade, *wühl*, vielleicht weiter hinten *stöber*, vermutlich in der anderen Schachtel *krams*, also jedenfalls weiß ich ziemlich genau, wo und dass es ihn gibt...). Nein, der Erste-große-Liebe-Ring (12 D-Mark, aufrichtig, große Gefühle!) war gestern nicht das große Fundstück. Sondern der, der zwar nicht wertvoll, aber teuer war. Und den ich vor 4,5 Jahren in allen (?!?) Taschen gesucht hatte, zumindest, nachdem ich irgendwann das Verschwinden überhaupt bemerkt hatte. Nach einigen Monaten ging ich davon aus, dass ich das teure Stück in einem drittklassigen Hotelzimmer verloren hätte bei einer langweiligen Dienstreise. Was irgendwie okay war, denn ich wusste nie so recht, was ich damit tun soll: edel aussehen tut er ja, aber so ganz meinam Stil entspricht er dann doch nicht. Und dann noch das eher negative emotionale Erbe. Also was tun: Umarbeiten lassen? Ignorieren?? Keine Ahnung, vermutlich war er deshalb damals einfach weg. Der Ring, der Mann auch. Letzterer, nachdem ich in Rekordgeschwindigkeit ausgezogen war.
Gestern also, als ich glücklich frei war von den letzten Beziehungsstrapazen, auch innerlich endlich losgelassen hatte, genau da purzelte das alte Schmuckstück wieder in mein Leben. Und inzwischen weiß ich auch, was ich damit tun werde....